In Grünstadt legte er am Schlosse, dem „unteren Hof",einen Lustgarten an, den er ummauern liess und baute seit-wärts zwischen Alt-Leiningen und Höningen, am Westabhangdes Zimmerbergs, ein Jagd- und Landhaus zum Sommer-aufenthalt, den sogen. Neubau, nebst Meierei, Scheuer undStallung; wie es scheint, war das Jagdschlösschen anfangsnur aus Fachwerk errichtet, denn es findet sich 1 ) die Nachricht,dass Georg Hermanns zweite Gemahlin Wilhelmine das Ganzespäter aus Mauerwerk auffuhren liess 2 ).
Schadeck, das der Gräfin Wilhelmine, Georg Hermannszweiter Gattin als Witthum bestimmt war, wurde renovirtund fast neu erbaut; seinen Antheil am Westerburger Schlosscedirte er, da er in Grünstadt residirte, gegen einen in dergleichen Stadt gelegenen Hof. Sonst ist noch erwähnenswerth,dass er am 4. August 1722 mit Georg II. einen Revers unter-zeichnete, wonach „ohngehindert der Regierungabwechselungjeder hoher Theil die Deliquenten auff das hiessige (Grün-städter) Rathhauss, ohne einige requisition setzen lassen dürfe,und dadurch der anderen Herrschaft nicht praejudiciret werdenmöge." 3 )
Im Westerburger Hausarchiv, Fase. III, finden sich nocheine Reihe von Verträgen Georg Hermanns mit seinen nächstenVerwandten, welche aber, als unwichtig, hier nicht mein-er wähnt werden.
Aus des Grafen Jugendzeit ist noch nachzutragen, dass,als er im Herbst 1706 als Of'ficier in Stuttgart weilte, er mitseinem Vetter Max Heinrich Graf von Wied in Streit gerieth;
') Bei Knocli I. S. 178.
2 ) In der Revolution verschont, diente es bis 1815 als Eörsterwohnuug;später des Dachs beraubt, vorfiel es allmälig und verschwand 1889 ganz vomBoden.
:) ) Westerburg, Hausarchiv, III. 62.