Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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Um die Ansprüche der Gräfin Marie Juliane zu Wied(der Tochter Graf ReinhartsJII. zu Leiningen-Westerburg 1 ) zubefriedigen,'- sah sich Graf Georg Wilhelm, da ihm grössereSummen in Folge der Drangsalen des 30jährigen Kriegs nichtzu Gebote standen, endlich gezwungen, mit Genehmigung derStammesangehörigen die Herrschaft Schaumburg, die fast400 Jahre in der Familie gewesen war, 1656 an die GräfinAgnes von Holzapfel, die Wittwe des österreichischen GeneralsPeter Melander, für 40000 "Thaler (weit unterm Werth) zuverkaufen. Nachdem er der Marie Juliane aus dem Erlöse24000 Thaler voll ausbezahlt hatte, zog er 1656 nach der ihmnun zugefallenen Westerburg, die aber die Genannte vorhervöllig ausgeleert und aus der sie alle Möbel pp. mitgenommenhatte. Das Archiv jedoch, das Graf Friedrich zu Wied, MarieJulianens Gatte, in Händen hatte, t musste" dieser an GeorgWilhelm zurückgeben.

1667 verglich er sich mit Nassau-Hadamar, das Seck undWilmenrod erschlichen-hatte, und erhielt Wilmenrod sammtdem Lehen zurück, musste aber auf Seck, Potheim und Wilsen-rod verzichten. Auch mit Wied verglich er sich wegen desErbes seiner Mutter und erhielt die Pfandschaftsorte EschenauWirbelau und Schuppach; sein eigennützigePAmtmann Kohl-rabe, der schon 50 Jahre im Hause war, brachte das Reiffen-berg'sche Lehen und das Hofgut zu Weltersburg käuflich ansich, nachdem es von Reinhart III. verpfändet und von GeorgWilhelm wahrscheinlich nicht ausgelöst worden war.

Graf Georg Wilhelms ohnehin schon grosse Lasten wurdennoch durch den Unterhalt seiner grossen Familie (19 Kinder!),die doch standesgemäss.' gehalten werden jnusste," vermehrt,so dass er sich schliesslich genöthigt sah, 1671 bei der Lei-

P Siehe oben das Nähere unter Reinharts III Kindern: 1. Mario Juliane.