Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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Heldentliat zogen sie nach. Neuleiningen, zündeten den grösstenTheil des Städtchens und das Schloss an und wollten die nochstehenden Mauern und Thürme ebenfalls durch Minen in dieLuft sprengen. Allein die riesigen Mauern erforderten zuvielArbeit und so unterblieb die Sprengung 1 ). So waren denn diebeiden Schwesterburgen zu gleicher Zeit niedergesunken, aberheute noch zeugen die gewaltigen Reste der umfangreichenRuinen sowohl von der Macht!und PrachU dieser Burgen undBergschlösser, als auch vom Wandalismus der Truppen desallerchristlichsten" Königs Ludwig XIV". von Frankreich.

Die ringsum liegenden Dörfer der Leininger Grafschaftsanken gleichfalls zu dieser Zeit in Schutt und Trümmer.

Grünstadt, durch beständige Einquartierungen, Contribu-tionen, Erpressungen schon stark mitgenommen, hat auch indieser Zeit unsäglich gelitten. Der französische Gouverneurvon Homburg schickte 1689 1000 Mann dahin, welche mit denEinwohnern erbärmlich umgingen, Alles 'plünderten, die Fässerin den Kellern einschlugen, die Fenster und Thüren zertrüm-merten und auch einen Bürger, Alstatt, meuchlings erschossen.Graf Philipp Ludwig hatte indess unter den Franzosen nochmanchen Freund, der ihm Warnungen vor bevorstehendenÜberfällen zukommen liess; dadurch wurde namentlich Grün-stadt vor dem gänzlichen Untergange bewahrt. Als der Grafdurch seine Vertrauten erfuhr, dass Grünstadt durch die Fran-zosen in Brand gesteckt werden solle, gab er am 18. Oct. 1689den Befehl, von allen Gebäuden ohne Unterschied die Dächerabzuwerfen, damit die Häuser und Strassen ein Bild der Zer-störung böten. Die französischen Mordbrenner rückten nun am10. Oct. 1689 in Grünstadt ein. Statt aber durch den Jammerder ausgehungerten Einwohner gerührt zu werden, zündetendie ruchlosen Franzosen dennoch den Ort an allen vier Ecken

l ) Lehmann, Leininger Thal; Knochs Chronik eto.