Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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Emicli (von der Oberbronner Linie) Tochter Agathe Luisekennen, eine schöne, aber auch schlaueTund mütterlicherseitsschlecht erzogene'Dame, die gleich Ludwig Eberhart, von dendamaligen lockeren französischen Sitten angesteckt war, undbei der dieser wiederholt mehrere Wochen in Oberbronn ver-brachte.

Nachdem ihn Agathe Luise ganz in ihre Netze gezogenhatte, nahm der schon früher durch die Reizbarkeit und Eifer-sucht seiner Gattin Charlotte bestandene Unfrieden immergrösseren Unfang an; 1668 versuchten Mitglieder des Reichs-kammergerichts und Verwandte, unter ihnen Graf GeorgWilhelm zu Leiningen-Schaumburg, eine Aussöhnung derGatten herbeizuführen, doch vergeblich; Ludwig Eberhart botseiner Gemahlin Neu-Leiningen oder Forbach als Witthum anund wollte von ihr getrennt leben. 1669 wurde er vom Reichs-gericht abermals dringendst vermahnt, und als dies nichtsnutzte, in seinem Präsidentenamt suspendirt. Als auf Antragseiner Frau der Kaufschilling des von ihm wegen. Schuldenverkauften Rixingens vom Reichsgericht beschlagnahmt wurde,und dieses ihm drohte, ihn der Landesregierung unwürdig unddes Präsidiums ganz entheben zu lassen, versprach LudwigEberhart, sich mit seiner Gattin auszusöhnen, sie wieder in'sKirchengebet einscliliessen zu lassen und seine Cousine auf-geben zu wollen. Nachdem diese Aussöhnung der Ehegattenauch wirklich am 12. Juni 1670 erfolgt war, bekam er auchseine Stelle als Präsident zurück. Für Agathe Luise hatte ervorher noch, um sie weiter zu entfernen, für 5000, von denRixinger Kaufgeldern zurückbehaltenen Gulden Sehloss Cha-tillon (in Frankreich) gekauft. Als er jedoch in Grünstadtmit der Frau des dortigen Inspektors Göslin ein neues Ver-liältniss anfing, begann der alte Unfriede; durch jesuitischfgesinnte Mainzer Freunde kam es • schliesslich auch zu einerGlaubensänderung, da Ludwig Eberhart hoffte, eher eine

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