Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

— 143 —

9. Heinrich, geboren 16. März 1537, war Domherr zu 451Strassburg und starb 16. März 1557.

10. Elisabeth, geboren 1547 und gestorben 13. Oct. 1595. 452

Bemerkenswerth ist die Thatsache, wiewohl sie sich inder Geschichte öfter wiederholt, dass die in ihrem Wesen ledig-lieh; auf Glaubenssachen gerichtete Reformation, wie sie all-mählig grosse Aenderungen in der politischen VerfassungDeutschlands herbeiführte, auch einen unmittelbaren Einflussauf die Gestaltung der Verhältnisse deutscher Dynastenfamilienausübte, und zwar nicht bloss eigentlich auf religiösem, sondernauch l auf rein materiellem Gebiete. Ein Beispiel hiefür trittuns auch in der Geschichte des Hauses Leiningen-Westerburgentgegen.

Es galt auch in diesem Hause das alte Herkommen,die jungen, nicht zur Regierung gelangenden Söhne durch guteKirchenpfründen zu versorgen, um einer Zerstückelung der Be-sitzungen vorzubeugen.

So wurden denn auch hier die nachgebornen und nichtältesten Söhne für den geistlichen Stand bestimmt, erlangtenauch fast immer reiche Präbenden, ja Siegfried von Westerburgerhob sich sogar bis zum Erzbisehofe von Cöln und zum Kur-fürsten.

Genanntes Herkommen fand auch bei Kuno's II. Söhnenseine Anwendung. Nach des Vaters Tode schloss GrafPhilipp I. mit-seinen Brüdern 1553 einen besondern Vertrag,den sogenannten

W e.sterburger Vertrag,

worin sie ihm, jedoch auf Widerruf, die alleinige Regierunggegen Zahlung einer jährlichen Apanage für Jeden abtratenund übertrugen.. Somit schien Alles aufs Beste geordnet zusein. Als aber nun in Folge der Reformation die Brüder ihre