Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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durch. Sayn mit den 2000 florent. Goliguldcn zu gestatten. Daaber Weltersburg die darauf verschriebene Summe nicht deckteund Westerburg ohnedies an Sayn eine beträchtliche Forderunghatte, so wies im Jahre 1356 Johann von Sayn auf die freienLeute zu Hana oder auf den Hachenburger Zoll noch weitere130 Goldgulden jährlich an 1 ). Als aber auch dies Versprechennicht eingehalten wurde, musste Johann I. sich an der Welters-burger Pfandschaft genügen lassen. Er erhielt von seinemSchwager nicht einmal die versprochenen Heirathsgelder, wes-halb letztere!' 14. Febr. 1359 nochmals schriftlich anerkannte,er schulde ihm 262 Goldgulden 2 ) „von rechter versessener gülte,die schlagen wir ime vf das schloss Weltersburg, das wir imcversetzt han." So viel steht indess fest, dass die Heirathsgeldernicht bezahlt wurden, also die Pfandschaft nicht abgelöst wurde,daher das Schloss Weltersburg nebst Zubehör, wenn auch nichtohne Widerspruch von Sayn'scher Seite, im Besitze Wester-burgs vorblieb. Durch den Anfall dieser, so nahe bei Wester-burg gelegenen Herrschaft nahmen natürlich „Macht* undAnsehen der Westerburger Familie immer mehr zu, wenn auchnachher manches zu Weltersburg Gehörige wieder verloren ging.

Kunigunde, die Gemahlin Johanns I., starb am 22. Juli1383 und wurde im Stift zu Gemünden beigesetzt. In fi üherenUrkunden nennt sie sich nur „Frau von Westerburg'', so ineiner solchen vom 11. Nov. 1370, worin sie und ihr SohnReinhart II. dem Grafen Johann von Nassau-Dillenburg überdurch Werner von Diez empfangene 400 kleine Gulden alsAbschlag von 8000 Gulden, die der Graf als Gefangener zuWesterburg als Lösegeld zugesagt hatte, quittieren 3 ). Weil ihr

') Lehmann nr. 46, S. 189, nach einer älteren Copie.

2 ) Lehmann Nr. 47. S. 192. Es entsprangen hieraus -viele Unannehmlich-keiten zwischen beiden Familien und so findet sich unter Reinhart II. v. Wester-burg 1384 noch einmal ein Vertrag hierüber mit dem Grafen von Sayn.

3 ) Original in Wiesbaden.

Brinckmeier, Leiningen. 0