Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
63
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und statt seiner Karl (IV.) von Luxemburg gewählt wurde,blieb Reinhart, der als ein sehr tapferer Mann geschildertwird, nebst Philipp von Grenzau und mehreren andern Grossen 1 )dem Kaiser Ludwig treu.

Während dem war (im eignen, wie im Interesse desReichs, namentlich aber auch in Folge der neu auferlegtenZölle) im Jahre 1347 zwischen Reinhart und dem ErzbischofeBalduin von Trier der Streit wieder ausgebrochen. Reinhartvon Westerburg, Salentin von Isenburg, Wilhelm von Wied,Gerlach von Ahrenfels und Erzbischof Gerlach von Mainzsandten Balduin einen Fehdebrief nach Boppart 2 ). Letztererhielt noch die eroberte Burg Grenzau besetzt, doch am 3. April1347 bemächtigte sich Reinhart, der der Hauptanführer derWesterburger, Runckeler, Isenburger und Mainzer Reisigenwar und der in der Limburger Chronik „gar ein edler Ri ttervon Sinn, Leib und Gestalt" genannt wird, der Burg undverjagte die Besatzung. In Folge dessen rüsteten sich dieEinwohner von Coblenz und zogen am 20. April in hellenHaufen zur„Wiedereroberung*Gienzaus aus. Gegen den mäch-tigen, in den Kriegen Kaiser Ludwigs ergrauten WesterburgerHelden war indess schwer aufzukommen. Die vornehmenHerren von Coblenz zogen die steilen Höhen über Vallendarhinauf und waren überdies des Waffentragens ungewohnt;schon auf dem Wege nach Grenzau wurden ihnen die Waffenzu schwer, so dass sie dieselben ihren Reisigen und Dienernzum Tragen gaben; auch waren sie unvorsichtig genug, inkleinen zerstreuten Abtheilungen einherzuziehen, und so fielendiese ungeregelten Haufen dem wachsamen Reinhart, der mit denSeinigen 3 ) im Hinterhalte lag, in die Hände; viele wurden

!) G. Simon, Geschichte des Hausos Isenburg und Büdingen, Ii. 176.

Hontheim, Prodrom, u. Reck Gesch. Iscnb. Runctol und Wied, pag. 108.

a ) Darunter Salentin Iii. von Isenburg, Wilhelm 1. von Wied und GerlaehII. von Ahrenfels.