Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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So gewährt er 1278 der verwittweten Gräfin Hedwig vonNeuenar und ihren Kindern ein Darlehn von 350 Mark, wofürdiese ihm die Grafschaft Neuenar auf vier Jahre abtritt 1 ), undam 27. Januar 1279 gebietet der Erzbischof den Schöffen zuAnnweiler, in zweifelhaften Fällen die Schöffen von Bonn zubefragen 2 ).

Ein inzwischen eingetretenes gespanntes Verhältnisszwischen Siegfried und dem Könige Rudolf mochte demErsteren doch allmälig etwas störend werden; er näherte sichdaher dem Könige; dieser kam ihm gern entgegen, söhnte sichmit ihm aus, erklärte am 27. Juli 1282 in Oppenheim, dassalle Uneinigkeiten zwischen ihm und dem Erzbischofe Sieg-fried beigelegt seien, und versprach letzterem zugleich seinenSchutz 3 ). Auch einen anderen seiner früheren Gegner gewanner als Bundesgenossen, den Grafen Ludwig von Arnsberg,welcher sich verbindlich machte, dem Erzbischofe beizustehn,falls es zwischen diesem und dem Bischöfe von Osnabrück zuFeindseligkeiten kommen sollte.

Ein hoher Mannesmuth und grosse Characterstärkegehörten jedenfalls dazu, dass Erzbischof Siegfried, als Geist-licher (aber auch als Kurfürst und weltlicher Fürst) auf demReichstage zu Würzburg sich den Uebergriffen der römischenCurie in der kräftigsten und unerschrockensten Weise durcheine gegen den päpstlichen Cardinallegaten gehaltene Redewidersetzte 4 ); er befreite durch sein Auftreten ganz Deutsch-land von einer drückenden Steuer.

') Urkunde im Cölner Stadtarchiv.

2 ) Archiv des Grafen K. E. zu Leiningen-Westerburg, und „Anzeiger fürKunde der Vorzeit" (herausgegeben vom Germanischen Nationalmuseum) vomJuli 1872, pag. 221. nr. 7.

a ) Cölner Stadtarchiv.

4 ) Wahrscheinlich der .Reichstag von 1283 unter Papst Martin IV. (nachAndern der von 1287 unter Papst Honorius IV.), wo auf 4 Jahre eine schwere