Z6 Die Firma A. F. Uoehlcr in Leipzig. II. ;8Z0—;872.
lunqen feil sind. Es bleibt vor der Hand daher nichts übrig, als einevortheilhafte tüouäitiou anzunehmen, die ich wohl am ersten zur Messefinden dürfte, und bitte ich Dich in dieser Hinsicht an mich zu denken.Den Sommer hätte ich hier noch gern zugebracht, allein dann wäre nochweniger wie zu Ostern Aussicht auf ein gutes Engagement gewesen, ichhätte mich dann auch schwerer von der Schweiz getrennt, würde zwareinen genußreichen Sommer verlebt haben aber meinem Ziele nicht nähergekommen sein. —
Nun lebe wohl für dießmal lieber Heinrich, findest du manchesin diesem Briefe was dir nicht gefällt so denke nur daß du es selbstverursacht hast, es ist ja nicht schwer Fremden die unangenehmsten Sachenauf eine schonende und anständige Art zu sagen, warum solltest du denngegen mich nicht dasselbe thun können, noch dazu da du mir nur Rath-schläge und keine vorwürfe zu machen hast.
Schreibe mir wenn du Zeit hast bald wieder und sei herzlich gegrüßt
von deinem dich liebenden BruderFranz.
Aarau d. 29.
Es ist tröstlich, schon aus dein Schluß dieses Briefes zu ersehen, daßdie verwandtschaftlichen Gefühle zwischen den Brüdern nicht ernstlich gefährdetwaren, und sie sind es auch über die hier erwähnte Frage niemals mehrgeworden. Die Verstimmung war aus beiden Seiten leicht erklärlich undverzeihlich, aus der weiteren Darstellung wird sich ergeben, daß sie beikeinen: der Brüder dauernd war, sondern beide in der wichtigen Frage, dienun mehr und mehr in den Bordergrund tritt, bald wieder in voller Überein-stimmung handelten. Formell erkennt auch in einem Bkünchencr Briefe von:29. August s329 der Altere an, daß er zuweilen wohl auch ungerecht gegenden Bruder gewesen sei, indem er schreibt: „Gegen das, was Du mir aufmein früheres ausführliches Schreiben erwiderst, habe ich nichts einzuwenden,bin ich früher mitunter ungerecht gegen Dich gewesen, so vergieb mir; wirwollen gegenseitig nichts mehr über die vergangene Zeit in dieser Beziehungerwähnen."
Zunächst war die Sache wieder vertagt worden, wir finden Franz plötz-lich laut einen: an den Vater gerichteten Schreiben von: 26/27. April s829in Freiburg in: Breisgau wieder, wo er die Stelle als Geschäftsführer derFiliale der Firma Eh. Th. Gross in Karlsruhe angenommen hatte. Dasgenaue Datum seines Wegganges von Aarau läßt sich nicht ermitteln, weil,wie schon gesagt, ein Gehilsenzeugnis über seinen dortigen Ausenthalt nichterteilt zu sein scheint. Der junge Gehilfe gehörte schon längst zu den Ge-schäftsleuten, die zu ihren: Fortkommen der schriftlichen Zeugnisse nicht be-dürfen, da sie ihrer Tüchtigkeit und erprobten Brauchbarkeit wegen jederzeitvon einer Handlung in die andere empfohlen und überall mit offenen Annen