38
Ankauf elncS eigenen Geschäftshauses.
halten: „Der K. S. Hofstaat, das hohe Ministerium, alle Collegicn undExpeditionen, die Generalität und der Militär-Etat; die ausländischenMinister, Fremde, der Stadt-Magistrat, Kirchen-, Schul- und Privatlchrer,Rechtsconsulenten und Gcrichtsdirektoren, Aerzte; die Kaufmannschaft;Künstler, Fabrikanten und Handwerker, Gasthöfe; Wein- und Kaffeehäuser;auch Gärten, Lohnkutscher und Bothenlenthe u. s. w. Dieses gemeinnützigeHandbuch kostet gebunden in allen Buchhandlungen 1 Thaler.*) Wer sichaber unmittelbar mit baarer Zahlung an uns wendet, erhält es für 21 Gro-schen.**) Exemplare auf Schreibpapier sind bei uns allein für 1 Thalerzu bekommen."
Das Buch selbst war in IlM Format gehalten und auf dünnesgraues Papier gedruckt. Das Verzeichnis; der gesummten Bürgerschaftnimmt nur 36 Seiten in Anspruch.***) Geordnet war das Adreßbuch nachdem Stand oder dem Gewerbe des Einzelnen; von einem Alphabet odereiner Ordnung nach Straßen, überhaupt von einer Uebersicht, wie sie dasheutige Adreßbuch aufweist, keine Spur.
Der fortwährend zunehmende Umfang des Geschäfts veranlaßtenun Christoph Arnold, sich nach passenden größeren Räumen umzusehen.Er fand solche in dem Parterre des Nachbarhauses, Altmarkt Nr. 148(jetzt Webergasse 2). Dorthin verlegte er am 1. April 1868 sein Geschäftund zwar in diejenigen Räume, in denen es sich noch heutigen Tages theil-weise befindet. Später, am 4. Juni 1819, wurde das Hans sein Eigen-thum, da er es an diesem Tage den bisherigen Besitzern, Gebrüder Schulze,abkaufte. Ueber dieses Haus ist folgendes zu bemerken: Das Gebäude,jetzt Webergasse 2 und 4, ist jedenfalls von hohem Alter, denn es befindetsich bereits auf einem in der Weck'schen Chronik enthaltenen Plan vonDresden ans dem Jahre 1529. Nach Hasche's Beschreibung wurde esfrüher das Pfundische Haus genannt, wegen seiner Architektur belobt undals „artiger Ban" bezeichnet. Von 1798—1732 befand sich die rcformirteKirche, von 1829 — 1839 die Synagoge darin, letzteres gewiß ein glänzenderBeweis von Arnold's religiöser Duldsamkeit.
5) Der heutige Ladenpreis des WohnnngShandbnches ist 9 Mark.
**) Anscheinend eine Art Snbscriptivn, wie sie auch henke noch besteht, bei welchersich der Preis ans 7 Mark S0 Pfg. pro Exemplar ermäßigt.
***) Heute 70(1 zweispaltige Groß-8 "-Seiten.