Er hatte an den schweren Kämpfen der napoleonischenZeit mit voller Jugendkraft Theil genommen; 17 Jahre alt,war er 1812 als Husarenlieutenant mit in Russland und geriethbeim Uebergang über die Beresina schwer verwundet in russischeGefangenschaft, in der er 2 Jahre lang zu Tamboff gehaltenwurde; durch die Kaiserin Elisabeth von Russland befreit undausgetauscht, kehrte er erst 1814 zurück, um sofort 1815 denletzten Feldzug gegen Napoleon I. mitzumachen.
Nach seinem Abschied widmete er sich der Fürsorge fürseine durch die Kriegszeiten sehr zerrüttete Standesherrschaft,deren Verhältnisse er bald wieder ordnete. Vom Grossherzogvon Baden wurde er zu mehreren Missionen nach Berlin,Warschau und Rom verwendet und erwarb sich namentlichbeim letzten Auftrag 1853 grosse Anerkennung. Der badischeHausorden der Treue und der päpstliche Christusorden warensein Lohn 1 ). Nach dem Tode seiner Mutter (1832) erhielt GrafCarl Theodor nachträglich „als Ausgleich" das kleine RobgutWalluf (im jetzigen Regierungs-Bezirk Wiesbaden), da dieEntschädigung Guntersblums in Billigheim als allzugering be-trachtet worden war. Auf ein reiches Leben zurückblickend,konnte Graf Carl Theodor die Genugthuung mit ins Grabnehmen, durch eigene Kraft der Wiedererbauer seines Hausesgeworden zu sein. Er starb am 21. August 1869. SeineGemahlin war Nanotte (Tochter des Reichs- und BurggrafenMaximilian Friedrich von Westerholt-Gysenberg und der GräfinFriederike von Bretzenheim). Geboren 17. Juni 1802, vermähltesie sich am 24. Mai 1822 und starb am 25. März 1852. Ausdieser Ehe entsprangen fünf Söhne und zwei Töchter:
1. Carl Wenzeslaus, welcher der Nachfolger seinesVaters wurde.
') Sein Neerolog in: Unsere Zeit, deutsehe Revue der Gegenwart, 1870.IV. Jahrgang, 1. Hälfte, S. 188.
Brinckmeier, Leiningen. 24