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„Grossherzog Georg von Mecklenburg", S. 41, wird sie eine„höchstverehrungswürdige, engelsgute Grossmutter" genannt,
Gewöhnlich hielt sich die Landgräfin in Darmstadt, imSommer auch nahebei, in Braunshardt, auf, doch war sie 1780mit ihrem Gemahl auf einige Zeit in Paris, wo sie von derKönigin Marie Antoinette, mit der sie auch im Briefwechselgestanden hat 1 ), in der „graziösesten" Weise nach Versailleszur Beiwohnung der Schauspiele in der königlichen Loge einge-laden wurde; die Königin sprach hiebei die leise Bitte aus„keine zu weiten Reifröcke anzuziehen, da die Loge eng sei 2 )".Auch bei den reizenden Festen in Klein-Trianon war die Land-gräfin zugegen.
1780 und 1791 machte sie mit den Prinzessinnen Reisennach Broich, wo sie, als in ihrem „Paradies" 3 ), wie sie es nannte,gern weilte; 1790 und 1792 war sie mit denselben Enkelinnenbei den Kaiser-Krönungen in Frankfurt a. M., woselbst sie dieGastfreundschaft der Frau Rath iGöthe — der Mutter des grossenDichters — genoss; hier Avar es auch, avo sich die beidenmunteren Prinzessinnen im Hofe des Göthe'schen Hauses mitdem bekannten Wasserpumpen belustigten.
Später weilte die Landgräfin oft am Hofe zu Berlin undleb te zuletzt in Strelitz, wo sie die Stelle der Hausfrau vertratund wo sie auch, 89 Jahre alt, am 11. März 1818 starb. Sieerlebte 9 Kinder, 4 SchAviegersöhne, 24 Enkel, 12 Schwieger-enkel, von diesen 56 Urenkel und 7 Sclrwiegerurenkel und 11Ururenkel, im Ganzen also 123 Personen, die sie Mutter nennendurften 4 ).
l l Pfälzer Museum 1888 No. 11. S. 85. und Graf Reiset, Briefw. MarieAntoinette's mit der Landgräfin Luise von Hessen. Paris 1865.
'-) Horn, Buch von der Königin Luise, S. 11.
:1 ) v. Kamp, Broich S. 246.
+ ) v. Kamp, Broich S. 258.