Druckschrift 
Geschichte der Familien Mylius : Genealog. - biogr. Familienchronik der Mylius aller Zeiten u. Länder
Entstehung
Seite
189
Einzelbild herunterladen
 

189

Mylius verunglückt dargestellt, und sehr viele sind verschönert worden.Seine Uebersetzungen lesen sich wie Originale und beweisen seine grosseKenntniss mit dem eigenthümliehen Geist beider Sprachen. Um zu be-merken, wie sein- er in den Geist seiner Schriftsteller eingedrungen, darfman nur einigen Umgang mit ihm gehabt haben, und man wird zugestehen,dass man einen Deutschen in einen Franzosen verwandelt zu hören glaubt.Wir wünschen, dass er noch länger für das Vergnügen der geschmackvollenLesewelt arbeiten möge, dass sich seine Laune nie erschöpfe, und dass ernoch ferner mit seiner grossen Bescheidenheit uns fremde Waare verschönere,die er gewiss ebenso gut neu machen könnte.« In dein Werk »NeuerNekrolog der Deutschen 5. Jahrg. 1827« findet sicli über Wilhelm ChristhelfSigmunds. 843 Folgendes: »Er hat sich durch dieUebersetzung des,Gil Blas',des ,Candide', des ,Faschingkindes', des ,Peregrine Bickle', des ,RoderichRandom' und ähnlicher der besseren alten Romane der Franzosen und Eng-länder bekannt gemacht Früher befand er sich in ökonomischer

Hinsicht in einer sorgenfreien Lage und war Besitzer eines Hauses auf demSchlossplatz in Berlin ! Der unglückliche Krieg von 1806 jedoch brachte ihn umsein Vermögen; durch die Last der Einquartirung wurde sein Haus verschul-det, dass er es für einen Preis weit unter dem Werth e verkaufen musste, under hatte das traurige Doos so vieler Gelehrten, dass er die letzten Jahre seinesLebens unter Sorgen und Mühseligkeiten schwinden sah. Eine zweite,selbst dritte Generation war herangewachsen, er war verkannt und unge-kannt, und nur wenige schenkten ihm ihre Theilnahme. Er hatte zwarein minder bedauernswertbes Loos als der Dichter Burmann, aber er hättees unstreitig verdient, dass man den trüben Abend seines Lehens durchgrössere Anerkennung dessen, was er früher geleistet, erheitert hätte.Diese Handlungsweise stellt in einem schreienden Contrast mit einem Zeit-alter, wo Gemüthlichkeit das Paradewort ist. Hier hätte man sie zeigensollen!« Er starb unverh eirathet in Berlin im Alter von 73 Jahrenam 31. März 1827.

Seine äusserst zahlreichen Schriften, Theaterstücke, Uebersetzungen,Bearbeitungen, Aufsätze, Beiträge etc. sind in grösster Vollständigkeit undGenauigkeit in »V. H. Schmidt u. G. G. Mehring, Neustes gelehrtes Lexi-kon etc. Berlin 1795« S. 54 58, sowie dem oben angeführten »NeuenNekrolog der Deutschen« angegeben. Vieles veröffentlichte er unter demPseudonym G. Bider.

Kinder von Christhold. (9)

1) Heinrich Christhold, geb. den 23. September 1750 in Elstra,gest. ebendaselbst den 7. Oktober 1750.

2) Abraham Christhold, geb. den 20. August 1751 in Elstra,gest. ebendaselbst den 25. August 1751.

3) Johanna Viktoria, geb. den 18. Juni 1752 in Elstra, gest.ebendaselbst den 20. Juni 1752.

4) Modesta Elisabeth, geb. den 27. Juli 1753 in Elstra.