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Nach beendigten akademischen Jahren musste Mylius 1638 bei den Prin-zen Ludwig und Georg den Unterricht übernehmen. Er verwaltete dieseverantwortungsvolle Stelle zehn Jahre lang zu der grössten Zufriedenheit desgenannten Fürsten, der ihm Sitz und Stimme in der Regierungskanzleisammt einer lebenslänglichen Pension anwies, 1648 ihn aber zum Amt-mann zu Biedenkopf verordnete, womit 1650 zugleich Battenberg verbundenwurde. Im Jahre 1659 musste er dem Rufe als Kammerrath nach Darm-stadt folgen, 1667 bestellte ihn Landgraf Ludwig VI. zum Rath undAmtmann von Darmstadt und 1672 wurde er Regierungsrath in Darmstadt.Er starb in Darmstadt den 3. December 1680, überlebte also seinen SchülerLudwig VI. zwei Jahre. Rührend klingen die schlichten, treuherzigen Verse, dieer, der 66jährige,dem zu früh Verblichenen in der »Ehren-Seul« nachrief:
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»Sag mein Herz, wer hat doch könnenDir diss Klag und Traur benennenIn dem Jahr, da man noch schriebDreyssig neun, und ich antriebMeinen Fürsten in der JugendZu den Sitten und der Tugend,
Die mich jetzt im Alter trifft,
Und der Todt hat angestifft?
Denn den, der es nun vollbrachte,
Den (sag ich) muss ich jetzt sehenIn dem Sarck zum Grabe gehen,
Ach dass mir mein Freud verkehrtIn solchs Trauren, das sich mehrt,
Wann ich denck wie ich bey JahrenEinher geh, mit grauen Haaren
Und noch mein Herrn seh im LeydTod zur besten Lebens-Zeit! —• «
Die von Magister Johann Otto Gorren, Stadtprediger in Darmstadt, ge-haltene Leichenrede wurde mit einem ausführlichen Lebenslauf unter dem Titel»Himmelsteiger,der Seelen bester Führer« in Darmstadt bei Henning Müllergedruckt. — Am 7. Mai 1644 verheiräthete er sich mit Marie Hedwig,Tochter des Forstschreibers Rudolph Wilhelm Stamm in Gleiberg. —Er gab mehrere Schriften heraus, unter denen hervorzuheben ist: »HessischerStammbaum, oder sehr uraltes Herkommen, Geschlecht- und Geburtsregisterder hochlöbl. Fürsten und Landgrafen zu Hessen, da bevor mit genauemFleiss zusammengetragen und in Form eines Baumes seiner gnädigen fürstl.Herrschaft überreicht; jetzo von neuem übersehen, vermehrt und auf Be-gehren in Druck gegeben. Giessen 1648, 4£«.
Nach »Joseph W. Göckeler. Ein Marburger Dramatiker des 17. Jahrhun-derts. Jn aug.-Bissert.Marburg 1892«ist J ohannes Mylius ferner Verfasservon :»Fraw Wendeigarth. Comoedia Teutsch. Marburg 1642.«
»Germania luxurians, debellata, lugens. Oomoediola. Marburg 1643.«