65
Lindenhayn hei Eilenburg und wirkte mit vielem Segen, zumal da er einausgezeichneter Redner und gegen seine Gemeinde ein ungemein liebreicherund wohlthätiger Mann war. Er starb am 18. Mai 1769 in Scholitz bei Lin-denhayn und wurde in Lindenhayn beerdigt. — Er verheirathete sich 1) amDienstag nach Jubilate 1746 mit Christiane Elisabeth (geb. den 23.November 1720),Tochter des verstorbenen Steuereinnehmers Karl AugustKörner in Leipzig. Nachdem diese Frau am 7. Decembor 1753 gestorbenwar, heirathete er 2) eine geb. Zimmermann. Die zweite Ehe blieb kin-derlos; aus erster Ehe entspross nur eine Tochter.
4) Friedrich, geb. den 9. April 1726 in Eilenburg. Chirurg inEilenburg, später Stadtrichter daselbst. Er starb in Eilenburg am 16. März1770 unverheirathet.
5) Friedrich Rudolph, geb. den 7. März 1731 in Eilenburg.Nahm später Kriegsdienste an und war König]. Preuss. Wachtmeister.
6) Friedrich Ernst, geb. den 28. Februar 1736 in Eilenburg. 16Er wurde am 15. November 1743 in die Fürsten schule in Grimma autge-nommen und besuchte dann das Pädagogium in Halle. Später wurde erKurfürst]. Klosscommissar in Pretzsch, trieb daselbst einen schwunghattenHolzhandel auf der Elbe zwischen Böhmen und Hamburg und war ein inder ganzen Gegend hochangesehener Mann. Er starb in Pretzsch im Jahre1801.—Er verheirathete sich den 21. November 1769 mit Christiane Do-rothea, geb. Lippold, Wittwe des sächsischen Hofcommissarius Kohl-schütter in Dresden. Sie brachte einen Stiefsohn, den späteren Sachs. Kabi-netsrath Kohlschütter und eine Stieftochter (später verehel. Donath) indie Ehe.
Kinder von Gustav Heinrich. (13)
11 Johann Heinrich d. Jüngere, geb. den 21. März 1710 inLeipzig. Der reiehbegabte Jüngling, der schon mit 17 Jahren das akade-mische Bürgerrecht an der Hochschule zu Leipzig erwarb, besuchte 1730Wittenberg und Frankfurt a. d. O., promovirte als Magister philosophiae1731 zu Halle, als Doktor beider Rechte am 11. Mai 1 733 und wurde1733 während eines Besuches bei seinem Grossonkel Christian OttoMylius in Berlin (1678—1760) von einem hitzigen Fieber, das in ergriff,am 21. oder 29. Juni nach wenigen Tagen in dem Momente weggerafft,als dem 23jährigen Gelehrten von der Universität Halle eine ordentlicheProfessur der Philosophie und die ausserordentliche der Rechtswissenschaftangeboten wurde. Trotz seiner Jugend leistete Mylius auch als SchriftstellerTüchtiges. Unter seinen Arbeiten (6 Dissertationen) nimmt die Inau-guralabhandlung «Vindicarum Theophili praeparatio, qua historia ipsiuset paraphraseos oxponitur» Leipzig, 1730 iL den ersten Platz ein. Siegalt als vorzügliche Leistung und wurde kurz nach seinem Tode zu Leyden1733 mit verändertem Titel abgedruckt und 1738 herausgegeben. AuchWilli. Otfried Reiz hat diese Abhandlung mit drei anderen auf Theophilusbezüglichen Arbeiten des Mylius in den 2. Band seiner «Paraphrasis graecaTheophili» (S. 1034) aufgenommen. Der junge Gelehrte trug sich mit dem
Geschichte der Familien Mylius 5