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Geschichte der Familien Mylius : Genealog. - biogr. Familienchronik der Mylius aller Zeiten u. Länder
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von Schwarzburg-Rudolstadt die Annahme eines Kirchenamtes vorgeschlagen,aber er wollte zunächst lieber in der akademischen Laufbahn bleiben, daer für die Jenaer Professur für Geschichte und Poesie von der philos.Fakultät vorgeschlagen war. Als diese Professur jedoch nicht er, sondernQuirinus Cubach durch Protectionen erhalten hatte, da nahm er ein er-neutes Anerbieten des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt an und hielt1621 in Rudolstadt in der Schlosskirche eine Predigt. Von dem Fürstenwurde ihm das Diakonat in Kelbra mit dem Versprechen angetragen, dasser bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit ein anderes Amt erhaltensolle.' Dieses Diakonat trat er auf den Rath seiner Verwandten und Freundeim Jahre 1621 an, nachdem er als Abschied auf der Universität Jena am12. April dieses Jahres unter Präsidium von Dr. Joh. Major, 1. Prof. d.Theol. in Jena, öffentlich als Respondent eine selbstverfasste Disputation»Augelographia sacra« gehalten hatte. Dem Schluss dieser Disputation fügteder Praeses folgende Verse bei:

In to (piod genitor (Dr. Georg Mvlius) laudare solebat

Ingenium, e multis hoc quoque thema probat.

Ingenio veluti reducem facis ipse parentem;

Mortuus in Natis victicat ipso pater.

Sic illum, Antoni, referas, precor, integer annis,

Et pietate gravi, et gravitate pia.

Joh. Maior, Dr.

Das Diaconat in Kelbra verwaltete er vom Jahre 1621 bis 1625,und während dieser Zeit wurde ilnn verschiedentlich das Archidiakouat inSondershausen und die Würde eines Superindenten in Frankenhausen angetragen, aber aus gewissen Gründen schlug er diese Aemtor aus. Am6. Mai 1625 wurde er nach Rudolstadt als Hofrath, Superintendent undConsistorial-Assessor berufen, und erhielt von dem Fürsten von Schwarz-burg-Sondershausen sofort 100 Thaler zum Geschenk, wie er sich auchspäter grosser Wohlthaten zu erfreuen hatte und fünf Jahre lang am HofeGastfreundschaft genoss. Am 18. Nov.1631 wurde er nach dem Tode des FürstenCarl Günther von dessen Wittwe, der Fürstin Anna Sophie, einergeborenen Prinzessin von Anhalt und Schwarzburg-Hohenstein, zu einem»Fürstl. Anhaltischen und Gräfl. Schwarzburg. Witthums-Hof-Pfediger zuKranichfeld und Könitz« ernannt, und 1640, nach dem Tode von JohannKesselring, als Superintendent in Kranichfeld angestellt. Diesen schwerenAemtern stand er mit dem grössten Eifer und dem schönsten Erfolge biszum Tode der Fürstin vor, die ihn für seinen Eifer und seine hohenVerdienste durch viele Wohlthaten belohnte. Nachdem er ihr in der Schloss-kapelle von Kranichfeld und in Rudolstadt Trauerpredigten gehalten, lobteer 2 1 / 2 Jahre als Privatmann, ohne wegen seiner schwachen Gesundheiteines der vielen ihm angebotenen Aemter anzunehmen. Er starb in Kranich-feld am 10. Februar 1655 zwischen 11 und 12 Uhr mittags, und wurdeam 16. Februar in der St. Michaels-Kirche daselbst beigesetzt. Die ihmvon Johann Treiber, Pastor in Osthausen, gehaltene Trauerrede über Galater 2,V. "20, ist in Jena in 4_F, II 1 /., Bogen, erschienen. Sein Bild und eineGrabschrift auf einer Holztafel mit goldenen Lettern, befand sich noch 1751