Druckschrift 
Geschichte der Familien Mylius : Genealog. - biogr. Familienchronik der Mylius aller Zeiten u. Länder
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

1589 bis 27. Januar 1590, wobei er 110 Studenten aufnahm, 2., vom7. August 1595 an (152 Studenten), 3., vom 6. August 1601 an 120Studenten) und 4., vom 12. April bis 5. August 1602 (128 Studenten).Grosse Verdienste erwarb er sich in Jena um die Universitätslurche, diebis dahin verödet gewesen war. Auf seinen Rath und mit seiner Hülfewurde sie 1595 für den öffentlichen Gebrauch wieder hergestellt und indemselben Jahre predigte er selbst zum ersten Male in ihr. — Im Jahre1603 wurde er wieder aus Jena nach Wittenberg als erster Professor derTheologie und General-Superintendent berufen. Dort starb er am 28. Mai*)1607 gegen 9"Uhr morgens, nachdem er kurz vorher am Himmelfahrtstagezum letzten Male im Dom zu Wittenberg gepredigt und noch am Tagenach Himmelfahrt seine gewohnte Vorlesung im Auditorium gehalten hatte.Sein Amtsbruder, Prof. der Theo], Dr. Friedr. Balduin hielt die Leichen-rede, die mit einem kurzen Lebensabriss zu Wittenberg 1607 in vierBogen 411 gedruckt wurde. — Er war zweimal verheirathet. 1) 1572 oder1573 heirathete er Barbara Grundier,. die am 26. Mai 1584 bei einerFrühgeburt (s.'Anm.) starb. 2) Am 16. März 1585 heirathete er in UlmVeronica (geb. 1563 in Augsburg), die Tochter des hervorragenden Augs-burger Patriciers Anton Weiss.**) • Diese heirathete nach dem Tode vonDr. Georg Mylius den Magdeburger Rechtsgelehrten Dr. Martin Jonius,später Dompropst in Bautzen, und starb ohne Zweifel auch in Bautzen.

2) Wolfgang Müller. Ueber ihn sagt sein Bruder Georg in einemUnterlassenen Mänuscript: »Als ich meinen Bruder Wolfgang, der den Dienstbei den Sulzers***) verlassen hatte und nicht ganz 2 Monate in Italienherumgewandert war, in Güte wieder aufgenommen und ihn in Hoffnungauf seine Besserung, als Diener des Augsburgischen Stadtpflegers (einer dervornehmsten .obrigkeitlichen Personen des damaligen Augsburg) unter-gebracht hatte, ging er doch wieder nach 8 Monaten, nämlich im Februar1584, aus seinem Dienst fort. Deshalb war ich, oft von ihm hintergangen,gezwungen, mein brüderliches Herz hinfort von ihm abzuwenden. Gottgebe, dass er wieder gut werde und umkehre, das wünsche ich von Herzen!«Später scheint Wolfgang wieder die Versöhnung mit seinem Bruder erlangtzu haben, denn der Letztere besorgte ihm ohne Zweifel die Stelle einesAmtsschreibers in Jena, die er 1589 bis 1604 einnahm. Er war verheirathet,und sein Sohn Philipp Müller wurde als Philipp Mylius im Januar 1602an der Universität Jena immatrikulirt.

• Kinder von Georg Mylius. (3)a) Aus 1. Ehe.

1) Hieronymus, geb. den 11. März 1574 in Augsburg, gest. eben-daselbst den 4. März 1575.

2) Georg, geb. den 19. Februar 1575 in Augsburg, gest. den21. Februar desselben Jahres.

*) Der Monat Mai schein! für ihn, wie der Verf. der ,,Hist. Myl." bemerkt, verhängnisvollgewesen zu sein, denn 1) am 25. Mai 1584 wurde er in Augsburg aller seiner Ehren und Aemter beraubt,2) am 26. Mai 1584 starb vor Schreck über sein Unglück seine erste Frau und 8) am 28. Mai 1007 er selbst.

**) Die Patricierfamilie Weiss lebte damals schon 1200 Jahre („IIist. Myl."!) in Augsburg undw.ir mehrfach mit den Fuggern verwandt. Sie entsandte viele Oflizicre in vornehmer Herren Kriegs-dienste.

***) Eine vornehme Augsburger Patricierfamilie.