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den Namen Mylius überhaupt nicht auffinden konnte. In dieser früherenZeit war bei den gelehrten Müllern, ebenso wie auch später ausserhalbDeutschlands, dem die »Mylius« ausschliesslich angehören, mehr »Molitor«,»Moliator« und »Molanus« im Gebrauch, so dass es den Anschein hat,als hätten die »Müller«, nachdem der Name »Mylius« einmal aufgekommenwar, allmählich allgemein an ihm Gefallen gefunden. Doch ist selbst bis indas 17. Jahrhundert hinein der neue Familienname noch nicht bei allenvöllig eingebürgert, so dass nicht gar seiton eine und dieselbe Person sichbald »Mylius«, bald »Molitor« und bald wieder »Müller« nennt und von an-deren genannt wird. — Bemerkenswerth ist, dass auch Zusammensetzungenmit »Mylius« vorkamen. Um 1500 existirte in Wetter (Hessen) eine »Mittel-mühle«, deren Besitzer der »Mittelmüller« genannt wurde. Seine Nachkommenwandten sich gelehrten Berufen zu, gräcisirten ihren Namen Mittelmüllerin Mesomylius und bilden eine unter diesem Namen Jährhunderte langin Hessen sehr bekannte Familie, wobei allerdings der Name allmählichstarken Veränderungen, bis zu »Misemile«, ausgesetzt war. Ein Mag. »Joh.Xylomylius aus Eckartsberga — um nur noch ein Beispiel hierfür anzu-führen — dessen eigentlicher Name Holzmüller« war, lebte von 1606 bis1611 als Pfarrer in "Witgendorf hei Zeitz und von 1612 bis 1631 alsPfarrer in Baumersrode bei Freiburg a. dj U. —
Der Name »Müller« nun seinerseits bezieht sich natürlich ursprüng-lich auf das Gewerbe, und so hi essen die Vorfahren der Mylius nichtnur Müller, sondern werden in früherer Zeit auch Müller gewesen sein,wobei sie vielleicht einen anderen Familiennamen hatten, der schliesslichdem Berufsnamen weichen musste. So leiten die Mylius aus Schleiz«ihren Ursprung von einem David Gering ab, der im 14. Jahrhundert inSchleiz eine Mühle erbaute und allgemein »der reiche Möller« genanntwurde, ein Name, der auf seine Nachkommen überging und in einigenLinien in den Jahren 1550 bis 1580 in »Mylius« umgewandelt wurde. Diegegenwärtig ausgestorbene Familie der Mylius aus Salzwedel , deren sehrvollständige Genealogie der Verfasser weiter unten zu bringen in der Lageist, stammt von einem Bernhard Sirow ab, der um 1450 in jener Stadteine Mühle besass. Auch der Urahn der Mylius aus Wetter« betriebnachweisslich das Müllergewerbe; er besass im Anfang des 16. Jahrhundertsdie noch heute existirende Walkemühle in Wetter und wurde »Walke-müller oder kurz Müller« genannt. — Nach dem oben Gesagten leuchtetein, dass im 16. Jahrhundert der Mylius eine grosse Anzahl waren, unddass sie meist in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zu einander standen.Aber die Mehrzahl bediente sich dieses Gelehrtennamens nur vorüber-gehend oder übertrug ihn doch wenigstens nicht auf die Nachkommenschaft,und von den Familien, bei denen das Letztere geschah, ging eine Reiheim 30jährigen Kriege oder in den folgenden Jahrhunderten zu Grunde, sodass wir es gegenwärtig mit verhältnissmässig wenigen noch blühenden undmiteinander in keinem Zusammenhange stehenden Familien zu tliun haben.Auf diese hat der Verfasser naturgemäss sein Augenmerk in erster Liniegelenkt, aber er hat in den nachfolgenden Blättern auch die ausgestorbenenund die unvollständigen Familien nicht allzu stiefmütterlich behandelt und