Das Pfarrhaus zu Helbra.
t'^^elbrchst, ein Dorf in der Grafschaft Ukansfcld in der Nähe des Bahn-Hofs Mansfeld belegen, gehört z» den ältesten Dörfern jener Gegend,Trwähnt wird es zunächst im Jahre (262, wo in „Helbere" eine Synodevon Geistlichen gehalten wurde, zur Beilegung eines Streites über diejetzt wüste Dorfstätte Dippelsdorf. Anderweit wird es genannt (2^5, woder Archepresbyter Heinrich zu Helbere einen Streit zwischen den Geist-lichen zu Hilgendale (Heiligenthal) und Helmeriksdorf (Helmsdorf) schlichtet.Der jetzige Nitterhof war eine alte Besitzung des Klosters Helfta undkam im (6. Jahrhundert in den Besitz der gräfl, Familie Kersenbruch (diejetzt ausgestorbeu ist).
Die Neformatiou wurde durch Martin Luther zeitig in der Grafschafteingeführt. Schon (5(3 traten 2 ehrcnwerthe Geistliche in Tisleben, Dr,Caspar Güttel in der Neustadt und Friedrich Renber an der petrikirchezum evangelischen Glauben über, (Der der erste ev, Pastor in Helbragewesen, ist nicht bekannt. Gleich nach Luthers Tode wird hier als Geist-licher Stephan Agricola erwähnt, ein zwar gelehrter, aber in seinemGlauben schwankender Alan», Sein Nater war früher Hofprediger derKönigin Anna von Ungarn gewesen, hatte wegen seines evangelischenGlaubens auch I Jahre im Gefängniß geschmachtet, wurde später Pastorau der Utarktkirche zu Tisleben und starb daselbst (5^7. Sein Sohn, derPastor in Helbra, zeigte sich weit weniger standhaft, Weil er sich zurkatholischen Religion hinneigte, wurde er (55-( seiner Stelle entsetzt; erging nach Merseburg und von da nach Rom, wo er förmlich zum Katho-licismus übertrat. Doch au demselben Tage, an welchem er seinen evan-gelischeu Glauben abgeschworen, verunglückte er bei einer Fahrt auf demTiber, und fand seinen Tod in den Wellen.
H Aus einer Mittheilimg des paster Krummhaar zu Helbra vom zo, JanuartSS-t an den Großvater des Herausgebers.