Das Pfarrhaus zu Mausfeld und der Generalsupcriutendent in Eisleben, 63
Mansfcld befinden sich im Staatsarchiv zu Dresden. Sie führen den TitelErsetzung des Generalsuperintendenten Amts in der GrafschaftMansfeld betr. s?22—s?33 incl. der Instruction vorgedachterSuperintendenten betr. item das Generaldecanat betreffend.
Aus demselben ergiebt sich, daß der Mansselder Tlerrrs arg verwildertgewesen sein muß; der sächsische Geheimrath von Helldorf, der Vertreterdes Churfürsten von Sachsen in Eisleben — er wird der „Gberaufseher"genannt — berichtet über die Nothwendigkeit der baldigen Besetzung derGeneralsuperintendenten-Stelle am 27. November s72s, welche „bei der„großen Anzahl von parochien und Ignoranz, Hochmuth und ärgerlichem„Wesen, so unter dein hiesigen clero ziemlich regieret" höchst nöthig sei.Es wurde danu als Generalsuperintendent am ss. Februar s?22 der Su-perinteudent O. Andreas Kunad aus Annaburg berufeu. Er starb zu Eis-lebeu am s7. April s?H6. Der Gbcrausseher berichtet am 3s. März s?3L>dem Gber-Tonsistorium zu Dresden, daß der Generaldeoan Nosenhayn inMansseld mit Tode abgegangen sei und schlägt in einem weiteren Berichtevom ch April s?3O als Nachfolger den Pastor an der Petri Paul-KirchemnA. Birken vor, welcher in Thal-Mansfeld geboren war. Am 22. Juniberichtet er, daß der König in Preußen den Sohn des Verstorbenen, denDecan Johann Nicolaus Nosenhaxn zum Nachfolger seines Vatersernannt habe.
Gegen diese Ernennung wendet sich ein Protest des Gräflichen Ton-sistoriums zu Eisleben wegen lästerlichen Lebenswandels und mangelhafterellucation. Die vom Tousistorium angeordneten Ermittelungen hatten ergeben,daß er sich „wegen angeschuldigten unordentlichen Wandels" und weil erals Student in Berlin öffentlich in Hosen und Stieseln Tomoelio gespielthabe, überführt sei.
In Berlin sah man daraufhin von Nosenhayn ab; die erledigte Stellewurde dem Prediger hei dem corp. llo oaäets Johann George Knappenübertragen. Dieser wurde indessen bald anderweit verwendet und trat dieStelle in Mansseld nicht an. Nunmehr erging folgende Tabiuetsordre andas Tonsistorium zu Eisleben
Friedrich Wilhelm, König in Preußen!
Unseren gnädigen Gruß zuvor! Würdige hochgelahrte Näthe, liebebesondere! Wie Wir allergnädigst wollen, daß der Prediger zuMcitzendorf Baldamus, der wegen seines exemplarischen LebensWandels auch anderer einem tbeologo anständiger (Qualitäten sehrgerühmet wird, zum Generalclocauo in der Grafschaft Nlansseldbestellt werden soll, so befehlen Wir auch hiermit in Gnaden, dieVocutlou vor denselben zu entwerfen und Uns zu Unserer Vollzie-hung fordersamst einzusenden. Seind gegeben den 26. Gctober s733.gez. F. Wilhelm.