13 Excurs über Sitten und Lebensweise ihrer Bewohner in den frühesten Zeiten.
.Schön Dank, schön Dank, mein Fräulein, wo mornet (weilt) der Herre dein?'
.Thue mich nit vermelden (verrathen); ich sag' dir die Wahrheit bald:
Er ist gen Grüningen ze jagen, er ist ze Grüningen im Wald.'
.Ist er gen Grüningen ze jagen, ei, jagt er in 's Grüningers sei'm Hag,
So soll ihm sein Leben nit länger stahn, als auf den heutigen Tag.'
.Und soll ihm sein Leben nit länger stahn, als bis ans den heutigen Tag,
Ei, so erbarm' sich Gott im Himmel, daß ich ihn verrathen Hab'.'
Da der Graf in den Wald hinauskam, schlaft der Herre unter der Lind':
,Ach Knechte, lieber Knechte mein, erschieß mir ihn geschwind.'
.Ich will ihn nit verschießen, will eher ihn leben lau,
Ich will 's ihn lassen genießen, daß ich bei ihm gedienet han.
Ach Herre, lieber Herre mein, wem befehlet ihr eure Kind?'
.Ich befiehl sie Gott, dem Allmächtigen, er weiß schon, von wem sie sind.'
.Ach Herre, lieber Herre mein, wem befehlet ihr euer Gut?'
.Ich befiehl 's den armen Leuten, die Reichen Hanl schon genug.'
,Ach Herre, lieber Herre mein, wem befehlet ihr euer Weib?'
.Ich bcfehl' sie dem Grafen Friederich, der war ihr allzeit lieber als ich.'
,Ach Herre, lieber Herre mein, wem befehlet ihr euer Schloß?'
.Ich befehl's den Feuerflammen, die hoch oben zu den Baien auslangen.'
,Ach Knechte, lieber Knechte, zieh auf dein' Armbrust groß,
Und schieße mir den Herre mit seinen Jagdhunden todt."'
Auch eine Sage von einem unbehobenen Schatze, der in den Ruinenverborgen sei, geht in der Umgegend. Sie ist die gleiche, wie sie an fastjedem alten Gemäuer haftet, und es wiederholen sich in derselben die Stereotypen:der fahrende Schüler, welcher dem Bauern den Schatz zeigt, die Wanderungdurch lange finstere Gänge, die Kiste, auf der ein schwarzer Pudel als Wächtersitzt, der Inhalt derselben anscheinend leere Spreu, welche sich bei der Heim-kunft des Bauern in eitel Gold verwandelt, der vergebliche Versuch des letztern,einen nochmaligen Griff in die Kiste zu thun.