Zweiter Aö schnitt.
Die Burg Noggen!> nch bei Bonndorf. Beschreibung der Ruine^Vermuthungen über Beschaffenheit der Beste vor ihrer Zerstörung.Ercurs über -Sitten und Lebensweise ihrer Bewohner in den
frühesten Zeiten.
Ich gebe die Schilderung der Ruine „Roggenbach", so gut mir solchesnach Ablauf eines Zeitraumes bon 33 Jahren, seit ich dieselbe letztmalsbesucht habe, aus der Erinnerung und einigen damals gemachten Aufzeich-nungen möglich ist. Sie wird jedoch trotzdem in den Hauptzügcn der Wirk-lichkeit fast genau entsprechen.
Das enge Steinathal, hier Roggenbach genannt, bildet kaum eineStundevon den kleinen Schwarzwaldorten Wellendingen und Wittelkofen, etwasweiter von dem Städtchen Bonndorf entfernt, einen anscheinend geschlossenen,von dem lebhaften Bergwasser Steina durchströmten Tobel, welcher von hohen,mit dichtem Tannenwald bestandenen Bergen ringsum begrenzt, bis an denFuß derselben vom saftigsten Wiesengrün bedeckt ist — an warmen Sonnen-tagen ein reizendes landschaftliches Idyll.
In diesen Tobel oder Kessel schieben sich, von den dahinter liegendenhohen Bergen losgelöst, mit denselben nur nach rückwärts in Abstufungenverbunden, sonst nach allen Seiten frei, zwei Felsriegel von gelbgrauemKalkstein und unbedeutender Hohe: der eine, niederere, wird auf der Vorder-seite unmittelbar von der lebhaften Steina, auf der Rückseite von einemlangsam nach diesem Bache sickernden Wässerchen bespült; der andere, etwashöhere, liegt ein weniges entfernter von jenem Bache. Der erstere endet aufder einen, dem Tobel zugewandten Seite in einen senkrecht aus der Steinaemporsteigenden Felsen „Rockinbach", welcher die Trümmer des einen derzwei viereckigen Thürme trägt, welche den Hauptbestandtheil der Ruine bilden.
Die Reste einer starken Mauer, die jedoch ungefähr in der Mitte ihrerLänge eine etwa aus die Hälfte der Dicke verminderte, vier bis sechs Schritte