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viel, so auch die Truppe, ^zm Turnen, schießen, Reiten, Radsahren waren die Anforderungen an dieOffiziere die allergrößesten, und es wurde hervorragendes geleistet.
Diesem glänzenden Bilde fehlten aber nicht die Schatten, Langenbeck war über die Maßen eigen-finnig und übertrieb leicht. Seine Grundsätze waren richtige, feine Abficht die befte, da er aber immernur reformieren und bessern wollte, alles auf den Kopf stellte, ohne auf andere, auch bewährte Offizierezu hören, so schlugen manche seiner gut gemeinten Anordnungen in das Gegenteil um. Anregen warsein Grundsatz. Anregen ist gewiß gut und notwendig, zumal in langen Friedensjahren. Aber nur an-regen und nicht zur Ruhe kommen lassen, bringt Gefahren mit sich. Statt Multum, fand man in denAnforderungen Multa zu erledigen, mehr als die Zeit und die Menschenkräfte konnten. Es wurdeschließlich die Gründlichkeit schwer geschädigt.
So wäre es gewiß sein Ideal gewesen, wenn ein Feldgeschütz mit voller Bespannung (6 Pferdesfliegend über ein Hindernis gegangen wäre wie der einzelne Reiter, wenn er per Luftballon zwei Flanken-kompagnien hätte dem Gegner in die gefährdete Flanke setzen können. Seine Jagd- oder PatrouillenKommandos, den Russen nachgeahmt, diese Vorschule für den Marodeur im Kriege, richteten so schonUnheil genug an durch das völlige Mißachten der Wirksamkeit unserer modernen Gewehre unter jungenunklaren Offizieren, durch das Sichhinwegsetzen über gedruckte, allgemein gültige Bestimmungen. Rechtärgerliche Differenzen entstanden schon im Kaiser-Manöver 1900 durch Übergriffe dieser Friedensheldennnt den Truppen anderer Armeekorps. Die Winkerflaggen im Infanteriegefecht war eine andere Spielerei.Die Infanterie, die Königin der Waffen, hat im bescheidenen Kleide und bei scheinbar einfachen Ver-hältnissen so oft das Schicksal, von allen verstanden zu werden. Ich habe noch keinen Generalstabsoffiziergekannt, der nicht, nach seiner Meinung, wenigstens die Infanterie und ihr Treiben ganz zu beurteilenimstande gewesen wäre. Nur einen General, Graf Wartensleben, als Kommandeur der 17. Division,daneben einer unserer bedeutendsten Offiziere, in Konkurrenz mit Waldersee als Nachfolger Moltkes, habeich gekannt, der in seiner liebenswürdigen Weise eine Kritik begann: „Als nicht von der Waffe") bemerkeich dies und das" und wie recht hatte er. Es waren schwerfällige Kompagniekolonnen-Manöver gewesen,die er verurteilte.
Man darf sich also nicht wundern, wenn auch Langenbeck in diesen Fehler verfiel, die Infanterieumreformierte und das Kind mit dem Bade ausschüttete. Kolonnen hatte man gehabt. Nunmehr gabes nur Linien, ungebunden, nicht beengt durch Zeit und Raum. Der Grundsatz war gewiß wieder richtig:Wer nicht wagt, seine letzte Reserve zu opfern, ist des Sieges nicht wert. Aber leider konnte Langenbeckdie Reserven überhaupt nicht leiden. Jeder Führer gab so bald wie möglich alles hin, verlängerte in dasUnendliche, um nur nicht das Mißfallen zu erregen, den Schein zu erwecken langer Überlegung. Auchwar es ja so einfach. War die Schale ihres Inhalts entleert, flutete die lange Linie dahin, so konnte derFührer ja zusehen, hinzu kam die schematisierte Flankendeckung und im Handumdrehen waren demII. Korps zwar seine Kolonnen genommen, dafür hatte es aber einen Normalangriff, wie er nicht schönerund besser, nicht bequemer sich denken ließ für alle, die nicht denken mögen. Ob Langenbeck das Infanterie-Reglement kannte? Er hatte einige Grundsätze herausgenommen und dann ein Reglement für sein Korpserfunden. Daneben kamen einige Eigentümlichkeiten, die zu diesem modernen Feldherrn, ganz frei vonSkrupeln, diesem Erfinder sich ewig gleichender Rencontrekämpfe und Gefechtsbilder wieder nicht paßten, dieich mir auch nur erklären kann daraus, daß Langenbeck Kavallerist war. Er verlangte ordentliche ssic)Schützenlinien, genaue Abstände von Mann zu Mann, genaue Abstände der Chargen vor der Front, aberdoch nüanciert, beim Sprung und beim anfänglichen vorgehen verschieden. Wem fällt nicht ein diekavalleristische Vorschrift: Knie an Knie oder Bügel an Bügel für die Attacke. Auf diese Dinge, selbsterfunden, hatte niemand Einfluß. Selbst nicht der Thef seines Stabes, ein Infanterist. Noch möchte icherwähnen, daß Langenbeck, der nie eine Eskadron hatte, sehr zum Schematisieren überhaupt neigte. Wennin einem Bataillon z. B. die Offiziere schlechter schössen als in: andern, konnte er sehr böse werden.Der Erste, der Ärmste, hatte vielleicht zufällig die Blinden. Wenn von vier Kompagnien des Bataillons
") Er war Kavallerist.