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Aber ich blieb standhaft bei meinem Vorsatz, Schieben Sie es immerhin auf die Rechnungeines gewissen Enthusiasmus — meine Ueberzeugung, der österreichischen Monarchie wesentliche Diensteleisten zu können — vorausgesetzt, daß man es mir zulassen will — ist so fest, daß ich, gemäß meinemSystem, keine Gefahr scheue, keine Beschwerde, Und meine Frau, hätte sie auch nicht Amandenswohlthätigcn Glauben, würde Entschlossenheit genug haben, mir unter allen Umständen zu folgen
So traten wir im November unsere Neise an. Meine Frau war noch sehr schwach; damitsie sich desto stiller halten konnte, nahmen wir nicht einmal unsern Fritz mit. Wir wußten ihn sicherunter den fänden seines guten und sorgfältigen Lehrers. Der Knabe hat jetzt sein ö, Jahr vollendet.Er ist gesund und stark; er muß anfangen zu lernen. Mir kamen in kleinen Tagereisen nach Schles-wig, wo meine Frau einige Tage ausruhen mußte, Ich machte unterdeß eine kurze Neise nach Nielmeine Freunde zu sehen, die ich zum Theil in vielen Iahren nicht gesehen hatte, Einige waren ge-storben, unter ihnen Ehlers, der mannigfaltig verdiente Freund meiner Jugend, der mich väterlichliebte, den ich kindlich ehrte.
Den würdigen Hensler fand ich sehr schwach, Sie wissen, wie eifrig cr so viele Jahre hin-durch ununtei brachen mein Freund war. Auch jetzt verleugnete sich diese Theilnahme nicht. Er hattevon meiner Krankheit gehört; ich mußte ihm meinen Bericht machen. Nichts war ihn? unerwartet. Ererklärte meine Krankheit für die leidige VitAm» pectoris, mich deucht, deutsch Brustkrampf, eine Folge derZerrüttung des Nervensystems durch übermäßige Arbeit, Zur völligen Heilung machte er mir keineHoffnung, aber wohl zu einem sehr erträglichen Leben, selbst im hohen Alter, Dies war noch jetztHensler's Ausspruch, der sonst, wie ich Ihnen einst sagte, von meiner Tonstitution eine ungewöhnlichlange Lebensdauer erwartete. Er gab mir zugleich einige diätetische Negeln und einige einfache Mittel,wovon ich mir die beste Wirkung verspreche,
Neberhaupt kann ich jetzt im Ganzeit über mein Befinden nicht klagen. Hat das BadencrBad gleich nicht mein Nebel geheilt, so hat es doch die Lebenskraft gleichsam erneuert und verstärkt.Ich fühle mich stärker, munterer, gesünder, Meiner guten Tage sind ungleich mehr wie sonst;die Anfälle der krampfhaften Schmerzen sind seltener und kürzer. Könnte ich in einem mildern Klimaleben oder wenigstens jeden Sommer, von alle» Geschäften frei, eine kurze Badereise machen, so würdesich mein Nebel vielleicht ganz verlieren. Allein da dies nun einmal nicht sein kam? und nach meinemmoralischen System auch nicht sein soll, so bin ich schon ganz gut zufrieden, wenn es nur mit denIahren nicht schlimmer wird. Ich kann alsdann mit ziemlicher Gewißheit berechnen, daß ich in demgewöhnlichen Lauf der Dinge und bei Beobachtung einiger Vorsicht meinem vaterlande noch eineNeihe von Iahren hindurch nützen kamt, nebenbei auch dem lesenden Publikum durch Schriften.Kostet es mich dann zuweilen angstvolle Seufzer, die der Schmerz auspreßt, so werde ich in demAugenblick, wenn die Parze titeinen Lebenssaden zerschneidet, mit desto größerer Nuhe sage» können,ich habe mich bestrebt, nicht umsonst zu leben."
Nach einem durch die kriegerischen Zeitläufte verlängerten unfreiwilligen Ausenthalte zu Breslauerhielt Eggers in Brünn am ssj. Januar j306 die Einladung des Ministers Grafen Stadion, geradenach Wien zu geh», da der Kaiserliche Hos zurückgekehrt sei und alle Geschäfte ihren gewöhnlichenGaitg genommen hätten. So langte er Ende Januar in der Kaiserstadt an,
„Sobald ich nur meine ersten Besuche gemacht hatte", lesen wir, „bemühte ich mich, das miraufgetragene Geschäft in den Gang zu bringen. Ich ward verwiesen an den obersten IustizpräsidentenGrasen von Rottenhan; einen einsichtsvolleren, vorurtheilssreieren, eifrigeren Geschäftsmann hätte ichmir nicht wünschen können. Gleich in der ersten Unterredung vereinigte» wir uns vollkommen überGegenstand und Art meiner Arbeit, Er versah mich mit allen Gesetzen des Fachs, mit allen Schriften zurAufklärung, mit einer Auswahl von Akten, die mich in den Stand setzten, die gesetzlichen Vorschriftenauch in der Ausführung zu würdigen," Am 20. März übergab Eggers seinen Aussatz über die Ver-besserung des Hypothekenwesens in den österreichischen Staaten dem Staatsministcrium und beganndann seine zweite Arbeit, die Anfertigung eines allgemeinen Planes zur Errichtung der Strafanstalten,welchen letzteren er auf seilten Reisen stets ein Hauptaugenmerk zugewandt hatte. Schon am 23, März