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dem ausschließlich wissenschaftlichen Berufe schon mehr und mehr entfernt hatten. So trat er mit demBange eines Staatsraths als Deputirter in das Finanz-Tollegium und wurde s3O2 Deputirter in derdeutschen Tanzlei, als solcher im April s80Z Gberprocurenr der Herzogthümer Schleswig-Holstein,welche Beförderung ihm vor allen in Würdigung seiner Verdienste um die Hebung der Landesculturin seinem engeren vaterlande durch Emancipation der Bauern zu Theil wurde. Daneben noch immerbeschäftigt bei der Vberdireotion der Bank und des Staatsschulden - Tilgungsfonds, sowie niedrererdas öffentliche Kreditwesen betreffender Institute, ruhte auch seine schriftstellerische Thätigkeit nicht.
Da nöthigte ihn auf's Neue im Zahre s30-s seine geschwächte Gesundheit, einen länqernUrlaub anzutreten.
Schon als junger Mann im Zahre s?32 hatte er in Folge andauernder, anstrengender wissen-schaftlicher Arbeiten vorübergehend an Engbrüstigkeit gelitten. Dieser Zustand hatte sich völlig gehoben,bis übermäßige Anstrengungen im Winter s?39 auf s?9L> seine Gesundheit zerrütteten. Er hatte sicheinem Geschäft*) unterzogen, wozu der Tag uicht hinreichte. So machte er sich eine Arbeitsdiät fürdie Nacht. Während des ganzen Winters arbeitete er, immer stehend, am Pult, außer den gewöhn-lichen zehn Stunden täglich auch uoch drei volle Nächte die Woche. Eine Nacht um die andere schliefer und einmal zwei Nächte hinter einander, von Zeit zu Zeit half er durch Aderlässe und Arzneiendem Treiben des Blutes ab, wenn er anfing an Kopfschmerz zu leiden.
Die Arbeit war im Frühjahr vollendet. Der Gegenstand an sich konnte ihn wenig interressiren.Aber die Folgen waren sehr heilsam. Den Blick auf diese gerichtet, meint er, fand ich Stoff für diePhantasie, deren Wirksamkeit allein eine solche Anstrengung unterhielt.
Aber bald empfand er den nachtheiligen Einfluß auf seine Gesundheit, die vorher, nachHensler's Weinung ihm ein sehr hohes Alter versprach. Er litt häufig an Kopfschmerzen, auch anSpannungen in der Brust; mehr oder weniger, je nachdem er arbeitete. Zndeß kämpfte noch dieKraft der besten Altersjahre lange gegen das wachsende Nebel. Erst im Februar s3t)^ kam eszum Ausbruch. Bei einer zufälligen Erkältung ward Eggers von den peinlichsten Brustkrämpfenüberfallen, die keinen Mitteln weichen wollten. Zwar konnte er noch stundenlang an seinem geliebtenPult arbeiten, mit voller Brust mündliche Vorträge halten. Aber ging er auf Steinpflaster, machteer den mindesten Fehler in der Diät, oder ergriff ihn eine Gemüthsbewegung, so verging ihm dieLuft. Der Schlaf blieb aus; fast jede Nacht mußte er einige Stunden aufrecht sitzen, ehe ihm derhöchste Grad der Ermüdung nur einige Ruhe gewährte. So riethen ihm die Aerzte, das Bad Badenn Oesterreich aufzusuchen, ein Bad, welches nicht nur in rheumatischen Zufällen gut, sondern auchstärkend sei für das Nervensystem.
Zu Begleitung seiner zweiten Frau**) und seines ^jährigen Söhnchens trat er im Zum s80H dieReise über Lübeck, Hannover, Fulda, Würzburg, Augsburg, München, Salzburg an. Ueberall auf dieserReise durch Franken und Baiern, deren Erinnerungen er in einem vierbändigen Werke niederlegte, tritt unswieder seine Neigung entgegen, gerade die militärischen Einrichtungen der durchreisten Lande zu sehen,zu prüfen und zu kritischen, und seine klaren, gesunden Rrtheile in dieser ihm doch so fern liegendenBranche überraschen, von Salzburg über Wien, wo er einen Arzt consultirte, langte er mit denSeinen im Ansang Zuli, nachdem fast ein Monat während der Reise verstrichen war, in Baden an.Auch im Bade ruhte seine Thätigkeit nicht. Neben mancherlei Ausflügen, welche trotz gewissenhafterKur ihm die Ärzte gestatteten, geselligen Unterhaltungen, an denen auch das damals in Baden anwesendeKaiserpaar sich betheiligte, widmete von Eggers 3 — 9 stunden des Tages seinen wissenschaftlichenArbeiten und hatte zu diesem Zwecke auch von Wien sich eiu Pult mitgenommen, was er besonders
*) Mehl Arbeiten für das „Deutsche Akagazin."
**) Antoinctte de Bang, mit welcher er vermählt war seit ;s. Vctober t???. Sie überlebte den Gatten ^2Hahre, wohnte nach verkauf der Güter zu Dresden und ist dort auf dem Kirchhof der Lt. uannitatistirche bestattet.
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