ein Tommando, das alljährlich Offiziere des Radettencorps traf, welche man für die Tarriere desMilitärlchrers in Aussicht genommen hatte. Gegen Lude des Monats reiste ich nach Genf ad, woich die Zeit zuzubringen hatte. Bevor ich meinen Unterricht begann, machte ich noch eine Reise nachMarseille, um dort Rarl Tggerss zu besuchen, mit dem ich schon seit längerer Zeit in reaem Brief-wechsel stand. Bei ihm verlebte ich angenehme Tage, lernte die interessante StadtD und ibre Um-gegend kennen, sah Toulon und Aix; aus der Rückreise Arles, Nimes, Avignon, Lyon, Die Provencedie Heimath der Troubadours, ist schön, sehr schön, Jede einzelne der genannten Städte hat ihre eigen-thümlichen Reste und Erinnerungen aus verschiedenen, lange hinter uns liegenden geschichtlichen Perioden,Haben wir in Rimes die alten baulichen Ueberreste der Römerzeit, in Arles die schönen griechischenFrauen, in Avignon den Palast der Päpste, so berührt es wunderbar in Air, daß jeder Zunge Mariusheißt, und das kleine schnelle Pferd der Tamargue, das mit wahrhaft wildem Feuer den Prado vonMarseille hinab nach der Rüste des mittelländischen Meeres eilt, erinnert in Form, Ropf und Tempera-ment sofort an seinen Ahnherrn an der maurischen Rüste,
Neben meinen Studie» in Genf habe ich täglich Touren in die Umgebung der Stadt und desSees Leina» gemacht und seine Ufer mit ihren interessanten Punkten ans das genaueste kennen gelernt,Ts ist ja auch dort eigentlich nur geschichtlicher Boden, den man betritt und stets hat bei ineinenReisen diejenige Gegend doppelten Reiz für mich gehabt, welche neben landschaftlicher Schönheit auchgeschichtliche Merkmale aufwies. Die Stadt Genf trägt das Gepräge ihres kvesens, Sie lebt vonden Fremden, darum sind Hotels und Läden ihre Hauptgebäude, jetzt ist das neue, damals im Baubegriffene Theater hinzugekommen. Das alte war der kümmerlichste Musentempel, den ich je gesehn.Die Universität ist schön, ich habe sie regelmäßig besucht, um Vogt, den Geschichtslehrer Marc-Monnierp*)die Herren Vaucher und Tougnard zu hören, von in der Stadt liegenden nennenswerthen Punktennenne ich nur den botanischen Garten mit der Promenade des bastions und die Tbene von plain-palais, auf welcher die Txercitien der schweizerische» Znfanterie und die Neitübunge» des Tlite-Regi-ments der Guide» meine Aufmerksamkeit und oft iiiein Lächeln erregten, dachte ich an die Verhältnisseunserer eigenen Armee, Zu die Zeit meines Aufenthalts fiel die Feier des hundertjährigen TodestagesRousseaus, Man gab dieser Feier von Seiten der radikalen Bürgerschaft eine» ganz officiellen Tha-rakter, hielt Umzüge, bankettirte in den Straßen, kurz, machte das Ganze zu einem Volksfeste im aus-gedehntesten Sinne,
So feierten die Schulen aus der Tbene des Plninpalais, wo ein großes Standbild Rousseau'sausgestellt war. Das Ganze erinnerte mich sehr an einen bekannten Tanz des auserwählten Volkesum das goldene Ralb, zumal auch dieses Standbild mit goldfarbigein Glänze überzogen war, Linegrößere Abtheilung Militär hatte den Platz während der ganzen Feier von Mittag bis Abend um-stellt, auch eine wunderbare Benutzung einer Truppe, die zu ernsten Actione» so leicht wohl nicht inVerwendung kommen wird.
Die vornehme lvelt, die alten Genfer Familien, hielten sich ganz zurück. Zu ihnen lebte, wieich später noch genauer zu bemerken Gelegenheit hatte, eine streng aristokratische Gesinnung, ^iewohnten kvinter und Sommer außerhalb der Stadt, ihre großen Häuser innerhalb derselben standenleer, weil die Richtung der Bürgerschaft ihre Billigung nicht hatte. Die im Ansang des Zahrhundertseng geschlossene, durch Geist und Bildung weit über die Grenzen der Vaterstadt hinaus bekannte Ge-sellschaft Genfs, war durch die Verhältnisse vertrieben und zertheilt, Zin Laufe der ^eit machte ichsehr angenehme Bekanntschaften, So brachten mich ineine Nachforschungen über die Familie Thappn-zeau iii Verbiiidung mit dem kön, dän, Tonsul Mr, Galliffe, dem Geschichtsschreiber und Genealogenseiner Vaterstadt, Galliffe, Galliffet ist dieselbe Familie; er war ein verwandter des bekannten sran-
ch » Lanimlmrc, Bcnüllatnüsse, iLKÄteau z«,-.
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