Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
66
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am Rhein, Sonst verlebte ich die regelnlästigen Ferien in Hannover bei meiner Mutter, war auchvon dort aus s376 bei dem General von Flöckher auf Ankensen und in Meinersen, deil Plätzen derfrosten Jugendzeit,

Meine dienstlicheil Functionen, wenn auch, besonders im Winterhalbjahr, durch eine nicht un-erhebliche Anzahl Unterrichtsstunden ziemlich umfassend, wareil doch nicht so anstrengend, als derDienst in der Front, Mehr und mehr wandte ich daher mich meinem Lieblingsstudium, der Geschichtezu, Zch hatte allerdings auch im Winter s,37H/7ö in Dreisach, trotz des Dienstes bei den Rekruten,mich viel mit Geschichte beschäftigt und nebeil der obligateil Winterarbeit ? Vorträge gehalteil überdie preußische Infanterie unter dein alten Dessauer und über den Prinzen Gugen und seine Verdiensteum die österreichische Armee, Solche Arbeiten müssen bei der körperlicheil Anstrengung des Frontdiensteswieder in den Hintergrund trete», das ist, ohne besondere Anstrengung, kaum anders möglich, Zetztin ploe» konnte ich a» den ruhigeil Winterabenden auf's Reue meine Studien ausnehmen. So befaßteich mich zuerst mit der Geschichte des alten Schlosses,"') in welchem die Kadetteuanstalt untergebrachtwar, Gs eristirten zwar einige, aber ungenügende vorarbeiten, und in Kiel resp, Kopenhagen mußteich für »leinen Zweck Nachsuchung halten. Nachdem ich im literarischen verein zu Ploeu, dessenMitglied ich war, eine» Vortrag über dieses Thema gehalten hatte, veröffentlichte ich im Zahre s.377meine geschichtliche SkizzeSchloß und Stadt ploeu,"

Die Arbeite» hatten mir hie und da Spuren des holsteinischen Zweiges meiner Familie gezeigt.Schon früh, kurz nach meiner Tonsirmation, hatte mein seliger Vater mich in die Geschichte der Familieeingeweiht, soweit dieselbe ihm bekannt war, und den Wunsch ausgesprochen, ich möge die von ihmgesammelten Nachrichten, wen» es ihm nicht mehr gelingen solle, einst zu verwertheu und zu vervoll-kommnen suchen, Zur Glsaß hatte ich keine Zeit und keine Gelegenheit, mein Tomniando in ploenhatte mich in die Nähe unserer alteil Heimath gebracht; Hamburg, Hannover, Mecklenburg, Holsteinwaren für mich leicht zu erreichende Gegenden, So nahm ich denn die Zdee wieder aus und ver-öffentlichte zuerst auf Grund meiner PapiereDie Stammtafel des Geschlechtes Lggers nebst einerAbhandlung über Namen und Wappen der Familie", um bei den verschiedenen Zweigen der FamilieZnteresse zu gewinnen. Die gute Aufnahme, welche allgemein meine Bestrebungen bei den Verwandtenfanden, veraulaßtc mich, in den Gsterferien s878 eine Reise nach Rostock, Schwerin, Gorow, Rederauk,Neu-Strelitz, Stettin, Hamburg und Glückstadt zu machen, um die Sache durch persönliche Rücksprachezu fördern. Daneben trat ich mit den verschiedeneu Familienmitgliedern in Torrespondeuz, sammelte,sichtete das mir zugehende Material und ergänzte durch Aufragen bei den Pfarrämtern die mancherleiLücken, lieber die Hamburgische Vorzeit hatte ich vor allen an Grt und Stelle Nachforschungen an-gestellt, wesentlich unterstützt durch den Archivar Vr, Gtto Beneke, Meine angestrengteste Thätigkeitsetzte mich in die angenehme Lage, den I, Band derGeschichte des Geschlechtes Gggers" schon s37s)erscheinen lassen zu können. Auch vereinigte Pfingsten desselben Zahres der erste Familientag, ausmeine Aufforderung, einen Theil der Familienangehörigen der verschiedenen Linien in Hamburg, Ummeine familieugeschichtlichen Studien noch gründlicher betreiben zu können und vor allen mit Männernvon gleichen Znteressen in Verbindung zu treten, wurde ich Mitglied des VereinsDeutscher Herold"zu Berlin, des historischen Vereins für Niedersachsen zn Hannover und der Gesellschaft für schleswig-holsteiu-lauenburgische Geselfichte zu Kiel, später noch des Vereins für mecklenburgische Geschichte undAlterthumskuude zu Schwerin,

Znmitteu meiner Bestrebungen wurde ich laut (Urdre vom s5. April P378 auf 3 Monatenach der französischen Schweiz beurlaubt, um mich in der französischen Sprache zu vervollkommnen,

's, Die alten Bilder, hie und da versteckt, Könige und Fürsten aus schleswig-holstein-dänischer Zeit darstellend,suchte ich aus, recognascirte dieselben und hatte die Freude, nach ihrer Wiederherstellung Lasine und Anstaltsräumedamit geschmückt zu sehen.