mittags einen langen Halt an der Straße gemacht hatten, während der Geschützdonner von Travantzu uns herübertöute. Am ss. gingen wir, nachdem durch Kaffee und Erbswurst die nöthigen Kräftegesammelt, zur Verfolgung des Leindes gegen Suövres vor. (Gefecht von Thateau-Serqueu.) Rechtsneben uns hatte der Corps - Tommandeur General von Voigts - Rhetz die H). Division nach Zosnesdirigirt, 'vir trieben den Feind unaufhaltsam vor uns her, bis am Abend die Ermüdung uns einZiel steckte und wir in einem verlassenen, die Spuren des Kampfes tragenden Gehöfte für die Nachtein Unterkommen fanden. Der Nanm war so eng, daß wir nicht ausgestreckt liegen konnten, dazudie Nacht bitterlich kalt. Ich hatte noch eine Schweinepfote ans Beaugency, die mir nach nnsernBegriffen ein immerhin gutes Abendessen gewährte. Dieses Pökelfleisch fanden wir viel in den fran-zösischen Grten, es läßt sich gut transportiren, hält sich und ist, besonders mit einem Schluck Weinzusammen, wohlschmeckend.
Folgenden Tages wurde die Zagd fortgesetzt, allerdings im knietiefe», lehmigen Boden undunter strömendem Negen, daneben hatten wir die durch Drahtgeflecht schwer zu passirenden Weingärtenzu überwinden, vor uns und neben uns ertönte fortwährend das Kleingewehr, wie die Kanonendes fliehenden Leindes, der in seinem Widerstände immer schwächer wurde und schaarenweise sich ge-fangen gab. Wir erbeuteten viele Schafe und Vchsen und wurden praktischer Weise, um sie nachrückwärts zu treiben, neben kleinen Bedecknngsmannschaften, zu diesem Geschäft die gefangenen Fran-zosen benutzt. Ein sehr komisches Zntermezzo war es, als wir unter den Gefangenen auch 2 jugend-liche Individuen in Weibertracht erblickten, die durch ihr Aeußeres sich bald verriethen, daß sie nurverkleidete Feiglinge waren. Der Witz unserer Rheinländer nahm kein Ende und jene beiden Bürschchenwaren froh, daß auch sie mit den Hammeln nach rückwärts geschickt wurden.
Gegen Abend erreichten wir Suövres. Zch habe vergessen zu bemerken, daß an Stelle derheftigen Kälte Thauwetter eingetreten war, für die Nacht sehr angenehm, für den Marsch, besondersquerfeldein, ungemein beschwerlich. Der eilige Rüchzug des Leindes gestattete uns schon am so. Deo.nach Blois zu marschiren, wo uns für den sch ein Ruhetag winkte. Die (lZuartiere waren gut, diegroße Stadt gestattete, daß mau sich auf alle Weise reoreiren konnte. Sonst ist diese alte Stadt un-interessant, sie hat düstere hohe Gebäude, wenig freie Plätze, aber breite Straßen. Wir gewährteneinen etwas wilden Eindruck, als wir, beschmutzt und hie und da mit zerrissenen Rniformen, vor demDivisions - Tommandeur vorbeiinarschirten. Immerhin waren aber diese Truppen, welche alles nichtganz kräftige Material hinter sich gelassen hatten, Strapazen und Märsche gewöhnt. Und doch solltendie Märsche und Entbehrungen der nächsten Tage die bereits überwundenen bei weitem übertreffen,zumal die Verpflegung den Anstrengungen nicht annähernd entsprach. Es ist ein wahres Wort, dieKraft der Truppe, vor allen der Znfanterie, liegt im Magen. Zch hatte schon seit einiger Zeit an-gefangen, mir ein beträchtliches «ZZnantum gemahlenen Kaffee zu kaufen. Diesen trug ich in einemleineneu Beutel oben im Kochgeschirr. Es war immerhin eine Belastung meines Gepäcks, die nichtangenehm. Doch in den Tagen vor und bei vendöme hat dieser eiserne Bestand wundervolle Dienstegeleistet. Morgens und Abends Kaffee und Brod war fast die einzige Nahrung, leicht herzustellenund dabei erfrischend. Die regelmäßig von frisch geschlachtetem Vieh gelieferten Lleischportionen warenwir entweder zu müde, herzurichten, oder sie waren so zäh, daß die Arbeit des Essens größer war,als die Freude des Geuießens. Es wird jeder, Gewaltmärsche machenden Truppe so gehen. DieWagen vermögen nicht zu folgen; das nütgeführte Vieh ist ebenso abgetrieben, wie sein Herr oderSchlächter.
Die Franzosen hatten unter Thanzy nach den unglücklichen Kämpfen der letzten Zeit sichauf vendöme zurückgezogen. Dort am Loir, so bestätigten die Recognoscirnngen, schien er entschlossen,mit seiner ganzeil Armee noch einmal Widerstand zu leisten.
Den sö. December 2 Nhr Morgens brachen wir gegen vendöme auf uud befauden unsNachmittags 2 Uhr in der Höhe von St. Anne, als das heftige Geschütz- und Mitrailleusen-Feuer unsverkündete, daß die Avantgarde mit dem Feinde engagirt sei. Derselbe war stärker, als man unserer-seits geglaubt hatte. Während das Regiment Braunschweig, unsere ö. u. ö. Tompagnie gegen Grgie