meines Daters, kleinen weisen nach bsannover zu den Graßeltern, fallen keine Unterbrechungen in jeneglücklichen Jahre. Dieselben gingen und kamen, schlaffen stets sehr nach Wunsch mit Weihnachten abund fingen vielleicht nicht immer sa schau wieder mit der schule im neuen Jahre an. Den Unterrichtertheilten uns, nach Ueberwindnng der ersten Schwierigkeiten bei dem Darfschnllehrer, bsanslehrerch)zuerst Seminaristen, später Kandidaten der Theologie. Mein Vater folgte mit regstem Interesse unfernFortschritten, griff selbst hie und da in den Unterricht ein, Manches Buch des alten Pomer habe ichunter seiner bewährten Anleitung gelesen und das Verständnis eines guten deutschen Zinssatzes, dieErlernung guten Stils und richtiger Dictian vorzugsweise ihm zu danken,
Sa waren die Jahre dahingegangein mit dem Aelterwerden oder wie man zu jener <zeit mitVorliebe sagte, mit dem „Größerwerden" mutzte auch der Besuch einer Schule in Aussicht genommenwerden. Das Anerbieten meiner Großeltern mütterlicherseits, mich bei sich aufnehmen zu wollen,entschied für Hannover, Bach vollendetem dreizehnten Lebensjahre bezog ich Gstern schuö das Lyceumzu Pannover, eine Anstalt, welche damals unter der bewährten Sand des Director Ahrens wohlver-dienten Uns genoß. Ich trat in die Unter-Tertia ein.
Das Leben in der Stadt, so ganz anders, viel beschränkter, trotz des eigenen pauses**) undGartens der Großeltern, sagte mir im Anfang gar nicht zu, Bach Ablauf eines Jahres gewöhnte ichmich jedoch und zählen auch jene Jahre zu meinen angenehmsten Erinnerungen, Der Großvater, einalter, feingebildeter perr, der die Muße seines Alters mit dem Studium vorzugsweise der französischenund italienischen Sprache ausfüllte, daneben künstlerischen Interessen lebte, nahm sich meiner mit großerLiebe und Sorgfalt an. Nicht allein war er bestrebt, auch mich im Französischen zu vervollkommnen,ans Kunstansstellungen und in dem damals so vorzüglichen Theater zeigte er mir die Trzengnisse derKunst und suchte das verständniß dafür zu erwecken. Was ich diesem nun längst entschlafene» Greiseverdanke, erst später habe ich es vollständig eingesehen, als die Zeit vorbei war, ihm zu danken.
Ich habe das Lvceum besucht von bis (l)stern f37L>, in welcher Zeit ich auch fOstern
flZtiü) in der Krcuzkirche von vr. petri confirmirt wurde. Nach und nach waren auch meinejünger» Brüder Albrecht, Trust, Tberhard nach Hannover übergesiedelt und hatten, gleich mir, imgroßelterlichen krause Aufnahme gefunden.
Das folgenschwere Jahr f3<N> hatte in mir den lebhaften Wunsch rege gemacht, mich demSoldatenstande zu widmen. Die Trfokge der preußischen Waffen, ihre gewaltigen Kriegsschaaren hattenmeine Bewunderung erregt, die Lectüre der Freiheitskriege, der Züge Friedrichs des Großen und derThaten des großen Kurfürsten reiften meinen Tntschluß,
Anfangs wollten die Tltern meiner Neigung nicht nachgeben, Ts war in panuover Gebrauch-,daß die Söhne einer alten Beamtenfamilie, welchen mit Necht damals Kastengeist vorgeworfen werdendurfte, den Beruf des Vaters wieder ergriffen, Doch mein Vater war ein viel zu verständiger Mann,als daß er, bei offenbarer Neigung für den Kriegerstand, mir die Trlaubniß vorenthalten hätte undso verließ ich Gstern s37() nach einjährigem Besuch der Prima die Schule, um nach einer kurzenVorbereitung und Vervollkommnung, vor allem in der Mathematik, mich dem Fähnrichs-Txamen'zuunterzieh». Da brach im Juli sMtl der deutsch-französische Krieg aus, und in der Hoffnung, nochmit dem mobile» Regiments, bei dem ich bereits angemeldet, und angenommen war, ins Feld rückenzu können, zumal die Fähnrichseramina bis auf Weiteres sistirt waren, bat ich den Vater um dieTrlaubniß des Tintritts. Nach erhaltener. Tinwilliguug ging ich nach Telle, wo 2 Bataillone***)meines zukünftigen Regiments, des ch Westfäl. Infanterie-Regiments Nr. f?,****) garnisonirteu, der
D Bcrkefeldt, (s)tte, Liebe, Bering.
Dasselbe lag an der Böltystraßc Nr. 5.
»»«) Das Füsilier-Bataillon lag in Lüneburg.
Regiment, alt n»d bewährt, mar in seiner setzigen Gestalt fermirt, hatte die Freiheitskriegsden Krieg in Baden tkHL und den böhmischen Krieg von t86S mitgemacht, und verehrte als Chef den GroßherzogLudwig III. von Besten und bei Rhein. Ts trug hellblaue Achselklappen und um die rothe Aermclpatte eine weißeSchnur, sonst die gewöhnliche blane Uniform der preußischen Infanterie.