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Noch in dein zarten Alter von kann, vier fahren wurde Jacob mit seiner Mutter und sämmt-lichen Linwohnern Dorpats in russische Gefangenschaft geführt, denn Peter der Große ließ dieFestungswerke der Stadt schleifen und wollte sich durch diese barbarische Maßregel des gut schwedischenOrtes dauernd versichern, ein Schicksal übrigens, welches schon früher einmal Stadt und Linwohnergetroffen hatte, In der Gefangenschaft traf Lggers es in sofern besser, als viele seiner Schicksals-genossen, daß er nach der bedeutenden Stadt Archangel geführt wurde, wo eine auf Betreiben und durchUnterstützung des Dr. August Hermann Francke gegründete Schule dem Knaben Gelegenheit bot, denUnterricht zu genießen, Bach Ablauf von einigen Jahren wurde eine Theilung der Gefangenenbeliebt und Lggers sammt seiner Mutter und verschiedenen Leidensgefährten nach Nstjuk Mellich einerprovinzialstadt im Gouvernement Archangel, gebracht, In dieser s-tadt war ein großer Ucheil dernach der unglücklichen Schlacht von pultawa gefangenen schwedischen Offiziere internirt und unterihnen der Tapitain der schwedischen «Leibgarde zu Fuß Knut Gustav Gabrielson Freiherr Sparre,welcher die schöne und junge Mittwe kennen lernte und sich im Jahre f7fö ehelich mit ihr verband.Schon im folgende» Jahre wurde» die Gefangenen weitergeführt und zwar nach Totma, an, FlusseSuchona in der Provinz Mologda gelegen, wo ebenfalls einem Theile der schwedischen Offiziere undder gefangenen Linwohner Dorpats Aufenthalt angewiesen war. Die durch den Stiefvater veran-laßten Beziehungen trugen wohl dazu bei, daß einige jener Officiere, um die Langeweile ihrer Ge-fangenschaft zu zerstreue», den lernbegierigen und strebsamen Knaben, der damals also in seinem elftenJahre stand, zu unterrichten sich erboten, Ls ist dies in sofern wichtig für Lggers geworden, als zuder ausgebreiteten Sprachkenntniß, welche er später besaß und stets zu vermehren bemüht war, dortder Grund gelegt wurde. Seine Lehrer unterrichteten ihn im Lateinischen, Französischen, Italienischenund der Mathematik, Letztere Wissenschaft, die im Leben seine eigentliche Berufswissenschaft werdensollte, übte schon früh eine große Anziehungskraft auf ihn aus. Der Aufenthalt der Familie, die inder Gefangenschaft noch durch die Geburt mehrerer Söhne, welche später sämmtlich theils in franzö-sische, theils in schwedische Kriegsdienste traten und die Stammväter der noch blühenden FreiherrnSparre*) wurden, vermehrt war dauerte in Totma fünf Jahre, nach Ablauf welcher Zeit den LiternMologda selbst zum Aufenthalt angewiesen wurde. Der Sohn, welcher sein fünfzehntes Lebensjahrvollendet hatte, erhielt in der neuen Stadt eine Stellung als Unter-Schreiber in der russischen Kanzlei, daer der Sprache bereits neben der schwedischen vollkommen mächtig war und die Bussen darnach strebten,die als gut schwedisch bekannten Dorpater in ihre Verhältnisse hinüber zu ziehen und natürlich dieheranwachsende Jugend mehr Garantie?» für das Gelingen des Unternehmens bot, als die Lrwachsenen,welche durch die steten Beziehungen zu den ihrem ritterlichen wenn auch überspannten Könige treuergebenen schwedischen Offiziere nur in ihrer Antipathie bestärkt wurde».
So war die Zeit verflossen. Der König Karl XII,, aus der Türkei zurückgekehrt, hatte innutzlosen Kämpfen die Kraft seines Landes erschöpft und war dann selbst am ff. December f7f8 inden Möllen von Friedrichshall erschossen. Der Ruin seiner Lande hatte im Jahre f72f zum Friedenvon Nystadt gezwungen, in welchem auch das engere Vaterland und die Geburtsstadt Lggers' an dasrussische Beich fielen, der zugleich aber den gefangenen schwedischen Offizieren die Freiheit und Lr-laubniß zur Bückkehr in's Vaterland brachte. Auch der Freiherr Sparre ging mit seiner Familie nachSchweden zurück.
Schon im« Jahre f727,-erhielt sein Stiefsohn die Stelle eines Volontairs bei der Fortifikationund wurde zwei Jahre später als Sergeant bei dem Lenckischen Infanterie-Begiment angestellt, um soeiner Ausbildung bei verschiedenen Truxpenarten theilhaftig zu werden.
Das achtzehnte Jahrhundert war für angehende Soldaten ein überaus günstiges, denn aufdeu verschiedensten Kriegstheatern, bei den mannigfachen Feldzügen, die Deutschland und die an-
Siehe die Staimntafel der Sparre, Vierteljahrsschrift des Herold, Jahrg. !X, Seite >>12,