463. c) Carl Ernst Leopold, geb. 13. April 1820, gest. 1. August 1843, an-scheinend als K. preuss. Referendar.
464. d) Amalie Pauline Emilie, geb. 15. Mai 1823, stirbt jung.
465. e) Marie Amanda Amalie Adelheid Ida, geb. 20. Juli 1826, heirathetam 23. Juli 1843: Wilhelm von Kalckreuth (geb. 20. Septbr. 1816) auf Ilaus Hohen-walde in der Neumark, K. preuss. Geh. Regierungsrath und Stiftshauptmann a. D.,welcher nach ihrem am 11. Mai 1860 erfolgten Tode sich am 2. Juni 1861 wieder ver-mählte mit Laura (geb. 6. August 1824, gest. 8. Septbr. 1886), Tochter des Ritterguts-besitzers Marschall von Bieberstein.
466. f) Johann Carl Georg Ernst, geb. 11. Mai 1828, gest. 1829.
467. g) Emma, geb. 2. Juni 1838 als einziges Kind 2. Ehe, heirathete am2. Januar 1861: William von Spangenberg (gest. 7. März 1869), K. preuss. Kreisgerichts-rath a. D., und stirbt den 30. August 1880.
Von der Descendenz des Oberhauptmanns Hans (St.-T. VIII, Nr. 438) leben inder dritten Generation nur die einzigen Söhne des Rittmeisters Adolf und des MajorsHans. Der erstere heisst:
468. Friedrich Melchior Charles Hans, geb. 22. Februar 184-7 zu Sennicke-rode, besuchte zuerst das Gymnasium zu Göttingen, später das zu Ilfeld, machte daselbstim Herbste 1866 sein Maturitäts-Examen, ging dann auf die Akademie in Lausanne undauf die Universität zu Göttingen, trat am 21. Juni 1867 in das 2. Kgl. sächs. Grenadier-Regiment Nr. 101 als Avantageur ein und wurde darin am 7. Januar 1868 zum Sec.-Lieutenant befördert. Am 18. März 1870 zum Adjutanten des 3. Bataillons ernannt,rückte er als solcher mit ins Feld und machte die Feuertaufe seines Regiments indiesem Feldzuge, die Schlacht bei St. Privat-Gravclotte, mit.
Schon deckte an jenem denkwürdigen 18. August in Folge des mörderischenFeuers aus dem hochgelegenen, durch provisorische Befestigungen zu energischer Ver-teidigung vorbereiteten Dorfe St. Privat die Mehrzahl der Officiere und der dritte Theilder Mannschaft des genannten Bataillons todt oder verwundet die Wahlstatt, als Hansbemerkte, dass der aus TheDen der 9. und 10. Gompagnie bestehende rechte Flügel desBataillons führerlos geworden war. Mit schnell erwirkter Erlaubniss seines Bataillons-Commandeurs übernahm er das Commando dieser Abtheilungen und sprengte dahin.Unterstützt von Abtheilungen des 4-. preuss. Garde-Regiments nahmen nun die sächsischenGrenadiere im Sturme die im Vorterrain des Dorfes gelegenen feindlichen Positionenund Hans gelangte unversehrt bis auf etwa 30 Schritt vor den ihm als Angriffspunktangewiesenen Nordeingang des Dorfes. Da plötzlich sinkt er, von einer Kugel durchdie linke Schulter getroffen, rücklings vom Pferde. Aus der Ohnmacht erwachend, siehter den vollständigen Sieg der Seinigen, aber auch statt der Hoffnung auf eine un-unterbrochene Theilnahme am Kriege die schmerzliche Aussicht auf ein längeres Kranken-lager. Dank der sorgfältigen Pflege, welche er in dem von Ihrer Kgl. Hoheit derGrossherzogin von Baden im Fasanerie-Schlosse zu Carlsruhe etablirten Privat-Lazarethfand, schritt jedoch seine Genesung so glücklich vorwärts, dass er bereits im Octoberin die Pflege seiner Mutter nach Göttingen überführt werden konnte.
Als Reconvalescent verheirathete er sich dann am 23. Februar 1871 hier in derIleimath mit Emma Julie Eleonore Luise Bertha, geb. Freiin von Uslar-Gleichen (Ludolf.Linie, St.-T. V, Nr. 319), gebrauchte eine vierwöchige Badecur in Baden-Baden auf Ein-ladung und als Gast Ihrer Kgl. Hoheit der Grossherzogin und kehrte dann in's Feldzurück. Mehrere Jahre hatte er noch an den Nachwehen der schweren Verwundungzu leiden, jetzt sind dieselben aber verschwunden.
Am 29. November 1871 wurde er zum Prem. - Lieutenant befördert, trat am1. Septbr. 1872 nach dem Tode seines Vaters zur Reserve über, um seine Vermögens-und sonstigen Verhältnisse auf seinen Gütern kennen zu lernen und lebte bis zu seinemWiedereintritt mit seinem alten Patente (am 1. November 1874) in Göttingen. Die Ge-bäude zu Sennickerode hat er von 1875 bis 1878 theils neu aufgeführt, theils renovirt,und von Lehnscapitalien 75 Morgen Land angekauft und zu diesem Gute gelegt.
Am 24. Mai 1878 wurde er zum Hauptmann und Chef der 1. Gompagnie seinesRegiments befördert. Am 9. Septbr. 1882 commandirte er die Ehren-Compagnie beimEmpfange Sr. Majestät des Kaisers anlässlich der grossen Manöver.