— 330
XIX. Gene-ration.
Commissairs und Ritterschafts - Deputirten bekleidete und am 16. Mai 1707 sich mitJohanna Franziska (geb. 1688, gest. 30. Mai 1761), des Johann Jacob von Metznera. d. H. Saalhausen und Mark - Kleeberg, churmainz. Stadthauptmann zu Erfurt, undder Anna Elisabeth geb. Sinold gen. von Schütz Tochter, vermählte.
Um Michaelis 1708 war Hans Philipp in Leipzig, woselbst sein Schwiegervaterein Haus besass. Im Weinkeller unter diesem Hause verlor er im Würfelspiel dieSumme von 6400 Thlr. an einen Hauptmann der Chevalier - Garde, von Wisel. DaHans Philipp die Mittel zur Zahlung nicht besass, sein Gläubiger aber einen durchMittelspersonen offerirten Accord ablehnte, so begehrte von Wisel am 5. Octoberpersönlich Bezahlung von ihm. Hans Philipp wies ihn indess in Gegenwart andererPersonen mit der Aeusserung ab, „er möge seine Schuld in seiner (Uslars) Heimathsuchen, in Leipzig erhielte er nichts von ihm", und begleitete diese Aeusserungmit einer nicht wiederzugebenden Beleidigung. Wisel erwiderte darauf nach seinereigenen Aussage: „Canaille, dafür soll Dich der Donner erschlagen und ich werde Dichdurch meine Knechte prügeln lassen". Hans Philipp soll nun — nach von Wisel'sErzählung — seinen Jäger gerufen haben und von Wisel darauf, um gegen einen ver-mutheten Angriff gesichert zu sein, mit gezogenem Degen die Wohnung Uslar's verlassenhaben. Aus dem Fenster noch soll ihm Uslar nachgerufen haben: „Haltet auf, einvoleur, ein Spitzbube!", so dass der vom Pöbel verfolgte Wisel sich nur dadurch rettenkonnte, dass er sich nach der Pleissenburg und dort in Arrest begab.
Weiteres erfahren wir aus den Akten ') leider nicht. Es scheint ein Duell statt-gefunden zu haben; jedenfalls wurde ein Kriegsgericht in Leipzig angeordnet, welchesaber am 9. Januar 1709 noch nicht gesprochen hatte.
Den Inhalt der beiden einzigen über Hans Philipp sprechenden Urkunden(Regg. 1086 und 87) kennen wir bereits aus der Biographie seines Vaters.
Nachdem er das von seinem Vetter Hans Heimart auf ihn gekommene Familien-Seniorat kaum ein halbes Jahr bekleidet, starb er am 20. Juni 1744 zu Sennickerodeund wurde durch zwei nachgelassene Söhne und eine Tochter (s. unten Nr. 416 u. ff.)der Erhalter des Melchior'schen Stammes in der fünften Generation.
Seine Gebeine ruhen in der Kirche zu Wöllmarshausen.
414. b) Anna Lewina Catharine, geb. 5. Juni 1689, heirathet den 17. März1707: Theodor von Steinmetzen auf Lindau und Simerode.
415. c) Anna Eleonore, geb. 25. Juli 1694 heirathet am 3. März 1717 inerster Ehe: Friedrich Wilhelm von Amelunxen (geb. 1. Decbr. 1686) auf Bodensee,fürstl. Münsterscher Hauptmann (1725). Nach dessen Tode vermählte sie sich 1733mit Friedrich Ludolf von Greving auf Wasserhausen und Scheidingen bei Soest, Landes-hauptmann.
Des Licent - Commissairs Hans Philipp Kinder hiessen:
416. a) Anna Sophia Charlotte, geb. 11. October 1711, gest. 1770,heirathet Ludwig Rudolf von Bothmer (geb. 5. Septbr. 1705, gest. 15. Mai 1770) aufBothmer und Weelze, K. grossbr. - hannov. Oberst a. D.
417. b) Heinrich Christoph Georg Ernst Achatz, geb. 1. Mai 1714,gest. 21. August 1714, begraben in der Wöllmarshäuser Kirche.
418. c) Marie Eleonore Caroline, geb. 17. August 1715, gest. 25. October1715, begraben neben dem Bruder.
419. d) Friedrich Wilhelm, geb. 29. Novbr. 1717 zu Sennickerode, studirtein Göttingen, nachdem er die Grundlage dazu von 1731 bis 28. Mai 1732 auf derRitterakademie in Lüneburg gelegt hatte, wurde 1738 Ganzlei-Auditor zu Hannover,1739 Bergamts - Assessor zu Zellerfeld, 1742 Bergdrost, sowohl im einseitigen, wie imGommunion - Harze, 1751 Oberhauptmann zu Lachem, 1754 zu Erichsburg. Danebenwar er Licent - Gommissair und Ritterschafts-Deputirter des Göttinger Districts.
Nach des Vaters Tode theilt er mit seinem Bruder Ludwig die väterlichen Güterund übernimmt die an den Freiherrn von Görtz-Wrisberg verpfändeten Güter Wöllmars-
') Acta: Duell-Sachen etc., Bl. 132 ff. Loc. 1404 im Hauplstaats-Archive zu Dresden.