— 328 -
Die Kinder des Stammhalters Otto Melchior hiessen:
394. a) Jost Burchard, geb. 17. Septbr. 1625, gest. 28. Septbr. 1625.
395. b) Hans Ludwig, geb. 19. August 1626, gest. 9. Septbr. 1626.
396. c) Christoph Philipp, geb. 7. Juni 1627 zu Nentershausen, leistete nachChronik des Praetorius der Krone Schweden und dem Hause Hessen - Cassel er-
spriessliche treue Dienste, lebte dann auf Sennickerode und heiratliete am 2. Decbr.
1651 Anna Magdalena (gest. 27. Februar 1682), des Claus Lippold von Leuthorsta. d. H. Dorste und Lindau und der Barbara Sophie geb. von Westernhagen Tochter.
Nach dem Tode des Vaters theilten die Brüder vorläufig das väterliche Erbe inder in Reg. 1056 angegebenen Weise. 1667 folgte die definitive Theilung. (Regg. 1064u. 1065.) In demselben Jahre wurde er Senior fam. 1672 schloss er mit seinem BruderHans Georg einen Erbvergleich (Reg. 1068) und bezog in demselben Jahre das ihmdarin zugefallene Gut Appenrode. Nach dem Tode seines kinderlosen Bruders HansGeorg theilte er 1680 mit der Wittwe seines Bruders Burchard Hans Philipp auchdessen Güter. (Reg. 1071.) Sonst wird seiner gedacht in unseren Lehnbriefen Nr. 1057,1066, 1073 und in dem Vergleiche Nr. 1069.
Am 15. Januar 1689 ist er aus dem Leben geschieden.
397. d) Burchard Hans Philipp, geb. 2. Juli 1632, trat nach der Chronik
1652 in fürstlich Münstersche Kriegsdienste, dankte aber schon nach erhaltener Lieute-nants-Stelle wieder ab und ging am 9. October 1677 seinem Bruder Christoph Philipp,mit welchem wir ihn in allen, in des Letzteren Biographie bis 1677 genannten Regestenzusammen sehen, auf Sennickerode im Tode voran.
Mit dem ansehnlichen Vermögen seiner ihm im Juli 1668 angetrauten GemahlinJohanne Marie, der katholischen Tochter des Hermann von Blomenfeld gen. Iverkeringvon der Borgk und der Marie Anna geb. von Falcke löste er das an Falk Adolf v. U.verpfändete Gut Sennickerode wieder ein. (Reg. 1065.) Dass auch Burchard PlansPhilipp den katholischen Glauben annahm, folgt aus dem Tagebuche des eichsfeldischenJesuiten-Paters Johannes Müller.') (Reg. 1067.)
Nach seinem Tode heirathete seine Wittwe 1682 den Hans Erich v. U. (St.-T. II,Nr. 211) und starb, nachdem sie zum zweiten Male Wittwe geworden war, im April 1708.
398. e) Hans Georg, geb. 26. März 1634, wird von den Chronisten als eintapferer Held gerühmt. Unsere Urkunden kennen ihn mit den vorgenannten Brüdernzusammen in den Regesten 1056 und 57, 1064—66, sowie in dem Erbvergleiche von1672 (Reg. 1068), worin er Wöllmarshausen erhält.
Da er mit seiner Gemahlin Isabella Margarethe geb. von Falck Kinder nichterzielte, so fielen seine Lehen nach seinem am 6. März 1680 erfolgten Tode auf seinenältesten Bruder Christoph Philipp und auf Jobst Ferdinand Werner, den Sohn seinesanderen Bruders. (Reg. 1071.)
399. f) Lotte Elisabeth, geb. Januar 1637, gest. 11. März 1641.
400. g) Hedwig Gertrud stirbt jung.
401. h) Ottilie Elisabeth, geb. 25. Juni 1640, gest. Juli 1640.
402. i) Hans Ludwig, geb. 1. April 1642, gest. 13. Januar 1647.
Von den vorgenannten Söhnen Otto Melchior's waren zwar die Ehen desChristoph Philipp und des Burchard Hans Philipp mit Kindern gesegnet, aberwiederum war es nur Ersterem beschieden, den Melchior'schen Stamm bis auf dieGegenwart fortzusetzen, während Burchard's Nachkommenschaft schon mit seinen Kindernwieder erlosch. Diese Kinder hiessen:
403. a) Jobst Ferdinand Werner, geb. 1670 und, wie seine Geschwister,in der katholischen Religion erzogen, bezog 1689 die fürstliche Ritterakademie inAVolfenbüttel und wurde hier sowohl wie später als Cavalier am fürstlich MünsterschenHofe wegen seines hohen Verstandes und seiner Tapferkeit hoch geachtet. 2 )
') Wolf, pol. Gesch. des Eichsf., I, Vorrede, S. VI. — 2 ) Praetorius, Chronik: v. Hassel, erneuertesGedächtniss der ehem. Ritterakademie zu Wolfenbüttel, S. 15.