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Die Töchter des oben sub Nr. 211 genannten Hans Erich v. U. hiessen:
220. a) Anna Christine, heirathet Christoph Wilhelm von Hagen auf xvn - Gene "Rüdigershagen und Zaunröden. ration -
221. b) Anna Victoria, heirathet Georg Philipp von Knorr, kurmainz.Deputirten des Eichsfeldes.
222. c) Anna Therese, heirathet ihren Schwager Georg Philipp von Knorr.
Wir kehren nach so erloschener Descendenz des Bernd Sittich v. U. zu seinemBruder Carl (St.-T. II, Nr. 118) zurück, und erinnern uns, dass von seinen zahlreichenSöhnen Otto Ludolf und Ernst Carl die Begründer der beiden heute noch blühendenHauptzweige der Ludolf sehen Linie wurden. Des Ersteren Söhne Georg und Heinrichlernten wir als Stifter der Casseler und Appenroder Zweige kennen und verfolgtenbereits die Stammreihen Georg's bis auf unsere Tage. Es erübrigt nun, auch den durchseinen Bruder Heinrich begründeten Appenroder Zweig in seiner Entwickelung näherzu betrachten.
223. Heinrich. Ohne jede Kenntniss über seine Jugendzeit lernen wir diesen stamm -jüngsten, im Jahre 1653 geborenen Sohn Otto Ludolfs erst aus einem hessischen tafel lv 'Lehnbriefe von 1668 (Reg. 1066) kennen, als er bereits 18 Jahre alt war. Er ergriff XV rati ^ e n nedann die militärische Laufbahn, wird uns aber auch darin erst bekannt, als er imRange eines Rittmeisters zur Bekämpfung der türkischen Macht mit nach Ungarn zogund sich dort rühmlich hervorthat.
Nach dem Zeugniss des Chronisten') diente er im Prinz hannoverschen Cürassier-Regimente, 2 ) welches mit dem holsteinschen Regimente am 2. Januar 1690 den Befehlerhielt, den Baron von Stramberg zu entsetzen, welcher in einem mit 500 Mann besetztenPasse bei Katschanik von 36 000 Türken, Tartaren und Albanesen unter dem GrossvezierAli Bassa festgehalten wurde. Allein der Angriff der deutschen Regimenter misslangnach fünfstündigem heldenmüthigen Kampfe vollständig. Mit einer schweren Verwundungan der Hand fiel der Rittmeister v. U. in die Gefangenschaft der Tartaren, die ihn aneinen türkischen Aga verkauften. Obgleich der Baron von Stramberg sogleich mit780 Thlr. seine Ranzionirung bewirkte, wurde er doch am 7. Januar d. J. von demgenannten Grossvezier zurückgefordert (?) und nach Monastir in Macedonien geschleppt,wo er den Winter hindurch gefangen blieb. In Sofia, wohin er später gebracht wurde,ranzionirte er sich zum zweiten Male mit 5000 Thlr., worauf er in Dragma, 6 Meilenoberhalb Nissa in Bulgarien, an die Christen ausgeliefert wurde.
Im Juni 1693 errichtete Kurfürst Ernst August von Hannover ein neues Dragoner-Regiment mit dem Grafen von Königsmark als Chef und dem tit. Major von Uslar alseinen der 4 Compagnie-Chefs. 3 ) Als Major treffen wir Heinrich v. U. auch im folgendenJahre, als er von seinen Brüdern und Vettern unter den in Reg. 1079 angegebenenBedingungen ermächtigt wird, das in fremde Hände gerathene Haus „die Haarth" beiMünden wieder an die Familie zu bringen. 4 )
Im Jahre 1696 finden wir Heinrich als Oberstlieutenant im Cavallerie - Regimentedes Obersten von Affeln (sonst von Noyelles), 5 ) welches zu dem in demselben Jahream Rhein und in den Niederlanden stehenden hannoverschen Corps gehörte. 6 ) Alsdies Regiment 1697 reducirt wurde, 7 ) nahm Heinrich v. U. seinen Abschied und er-hielt vom Kurfürsten das Amt eines Licent-Commissairs, das er bis an sein Lebensendeverwaltete. 8 )
Nach dem mit Moritz Wedekind am 31. März 1699 erfolgten Aussterben desBernd Sittich'schen Zweiges erbte er '/ 3 von dessen Lehngütern. Mit dem Tode seinesVetters, des Lieutenants Ernst v. U. (St.-T. V, Nr. 272) fiel ihm im Jahre 1710 auch dasSeniorat der Familie zu, in welcher Eigenschaft wir ihn in Reg. 1085 kennen lernen.
1) Praetorius, 1. c., Seite J, 2. — 2 ) Es wird das im kaiserlichen Dienste gestandene, von Han-nover ausgerüstete Cürassier-Regiment gemeint sein, an dessen Spitze der Prinz Carl Philipp von Hannoveram i. Januar d. J. bei Katschanik fiel. (Deutsche Volkszeitung Nr. 4182 v. 13. Januar 1887.) Vgl. v. Sichart,1. c., I, S. 471. — 3) v . Sichart, 1. c., I, S. 239. — 4) Laut Benachrichtigung des Lehnsdepartements zuHannover vom 28. August 1827 ist die s. g. Haarth bei Lobach unweit Münden bereits 1497 mit lehns-herrlichem Consense von den Herren von Uslar verkauft. (Aus Lehnsakten der Farn.) — 5 ) v. Sichart,1. c., I, S. 245. — 6 ) Daselbst, S. 560. Unter ihm stand sein Neffe Otto Werner. (S. dessen BiographieNr. 139.) — ?) Daselbst, S. 247. — 8) Praetorius, 1. c., Seite J, 2.
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