bei Verpfändung des Zehnten zu Sieboldshausen zuerst in unseren Urkunden Erwähnung.(Reg. 986.) Sodann begab er sich nach der Erzählung der Chronisten im Jahre 1581mit 6 Pferden nach Spanien zum Dienst als Volontair König Philipps II. gegen dierebellischen Niederländer. In dem Kampfe um den erzbischöflichen Stuhl von Cöln imJahre 1583 diente er als Cornet dem zum Erzbischof erwählten Prinzen Ernst von Baiern,Administrator des Bisthums Hildesheim, gegen den vom Papste abgesetzten ErzbischofGebhard II.
Die folgenden Jahre verlebte Hans Ernst bei seinem alten Vater in der Heimath.1584 gerieth er hier mit dem Sohne seines jüngst verstorbenen Oheims Bernhardvon Habel wegen einer bedeutenden Geldforderung in Streit, welcher durch dieDrohung der Regierung zu Münden, eventuell den Habel in die Uslar'schen Güter im-mittiren zu wollen, erledigt zu sein scheint. (Reg. 987.) Zu Anfang des folgendenJahres erbietet er sich mit sämmtlichen Uslar dem Landgrafen von Hessen als ihremLehnsherrn zur Stellung der herkömmlichen beiden Lehnspferde (Reg. 988) und wenigeWochen später gelangt er durch den Tod des Vaters zu dem Amte des Geschlechts-ältesten. In dieser Stellung vollzieht er am 14. August 1585 eine Afterbelehnung.(Reg. 989.) Die Belehnung mit Altengleichen stiess wegen fehlender Lehnbriefe aufSchwierigkeiten, die erst im Jahre 1590 gehoben wurden (Reg. 997), obgleich Hans Ernstin einem Schreiben an den Herzog (Reg. 990) die Ursache des Fehlens der Documenterechtfertigt. Die vormals von Everstein'schen Lehen empfing er von der Herrschaft zuBraunschweig am 20. April 1586 (Reg. 991), etwa gleichzeitig auch die mainzischenLehen. (Reg. 992.)
Wenige Tage nach dem Abschlüsse eines in Reg. 993 angedeuteten Vertrageserhielt Hans Ernst unterm 11. Juni 1587 von seinem neuen Landesherrn, dem HerzogJulius von Braunschweig-Wolfenbüttel, die ihm auf sein Gesuch vom 28. Mai zwei Malverweigerte Erlaubniss, l ) nach Frankreich zu gehen, um dort als Lieutenant zu Pferdeauf der Seite Heinrich's von Navarra, des nachherigen Königs Heinrich IV., gegen denKönig Heinrich III. von Frankreich zu fechten. Ob er sich dem streng reformirtenPfalzgrafen Johann Casimir, welcher am Rhein und in Sachsen viele Geschwader Reiterund einiges Fussvolk für Heinrich von Navarra warb, 2 ) anschloss, oder ob er auf eigeneHand hinging, bleibt ungewiss. Die Versicherung der Chronisten, dass Hans Ernstspäter von einem Oberst Werder zum Rittmeister befördert wurde, spricht für dieerstere Auffassung. Mit Geldmitteln scheint er für den Zug nicht reich ausgestattetgewesen zu sein, denn schon als er die Fulda bei Malsfeld passirte, war er genöthigt,dem Wirth an der Fähre eine goldene Kette für 82 Thlr. zu versetzen, die er erstnach zwei Jahren in Folge einer gegen ihn in Cassel angestrengten Klage wiedereinlöste. 3 )
Ueber seine Erlebnisse in Frankreich erfahren wir nichts. Am 7. Mai 1588 warer nach Ausweis eines Schadlosbriefes von diesem Tage (Reg. 995) schon wieder in derI-Ieimath, wo wir ihn am 11. Juni 4 ) 1589 in Wolfenbüttel treffen, mit anderen Edel-leuten beim Leichenbegängniss Herzogs Julius die herzogliche Leiche tragend. 5 )
Unterm 18. Januar 1591 wandte Hans Ernst sich mit der Bitte um Anstellungim Hofdienste an den jungen Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel.Dieser genehmigte bereits am 24. Januar d. J. sein Gesuch, indem er ihn auffordert,künftigen Ostern mit drei Pferden den Dienst anzutreten. 6 ) Bald nachher kennt ihndie Chronik als Rittmeister und Kriegsrath, 7 ) wie auch als Hauptmann der Leibgardezu Wolfenbüttel im Dienste dieses Fürsten. Daneben machte er sich um die Angelegen-heiten der Gesammtfamilie sehr verdient. Durch den von den Brüdern am 29. September1591 aufgerichteten Erbtheilungsrecess (Reg. 998) erhielt Hans Ernst Wake, wo erbereits längere Zeit haushielt, und 7665 Thlr., die er an bezahlten Schulden, zugekauftenGrundstücken und baulichen Veränderungen aufgewendet hatte, ferner den dortigenhalben Zehnten und den halben Zehnten zu Benniehausen, auch die Schäferei zu Wake.Zwei Tage vor dem Ende des folgenden Jahres verkauft er für sich und seine Brüder,
1) Akten des Staatsarchivs zu Hannover. — 2 ) Wolf, Gesch. des Geschlechts von Hardenberg,
I, S. 117. — 3 ) Nach Akten des Staatsarchivs zu Marburg. — 4 ) Zeitschr. des Harz-Vereins, 1869, Heft 3,
S. 32, 39. — 5 ) Rehtmeier, Braunschw.-Lüneb. Chronik, S. 1073. — 6 ) Cal. Br. Arch. Des. 22, XXV,
Nr. 3 im Staatsarchive zu Hannover. — ?) Annalen der Braunschw.-Lüneb. Churlande, 6. Jahrg., 3. Stück,
S. 529; Vehse, Gesch. der Höfe des Hauses Braunschweig, V, S. 148; vgl. Reg. 1013.