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Das ruhelose Wanderleben, welches Herzog Erich von jetzt an fast unausgesetztführte, scheint seine Neigung für unseren Ludolf nicht erschüttert zu haben. Erfahrenwir auch Gewisses nicht darüber, so müssen wir doch nach Ludolfs urkundlichemVorkommen als spanischer Oberst annehmen, dass er seinem fürstlichen Gönner in denDienst der Krone Spaniens folgte und muthmasslich an seiner Seite den Ausgang derSchlacht bei St. Quentin am 10. August 1557 zu Gunsten Spaniens entscheiden half.
Unsere directen Nachrichten über Ludolf beschränken sich in der Folge imWesentlichen auf die Erwähnung seines Namens in den von seinem Bruder Christophals Senior ausgeführten Handlungen, worüber die betreifenden Regesten der Jahre von1555 —1564 das Nähere besagen. Mit seinem einzigen, 1566 noch lebenden BruderMelchior nahm er am 29. October d. J. den Nachlass ihres verstorbenen Bruders Jobstauf (Reg. 968), und fast um dieselbe Zeit kam nach dem Tode des ältesten BrudersChristoph dessen Amt als Senior der Familie auf ihn. Die folgenden Regesten (970—974und 977—979) bieten kein besonderes Interesse.
Ueber die Theilung der Güter der verstorbenen Brüder war bereits am 21. Juli1567 ein Vertrag aufgerichtet, der aber zu vielen Streitigkeiten unter den überlebendenBrüdern führte. Deshalb wurde im folgenden Jahre Alles definitiv geordnet. (Reg. 975.)1572 belehnen sie den Priester Anton von Wehren mit dem Pfarr- und Kirchlehn inder von ihren Vorfahren gestifteten ! ) und seit länger als 300 Jahren ihnen vom StifteQuedlinburg zu Lehn gegebenen Kirche zu Wildungen. (Reg. 980.) Wenige Tagespäter belehnen sie den mainzischen Amtmann Joachim Seigen mit dem eben so langevon demselben Stifte relevirenden Kirchlehn und Gütern zu Dudenborn. (Reg. 981.)
Im Jahre 1573 brachte das unwürdige Benehmen des Herzogs Erich II. gegenseine Gemahlin Sidonie unsern Ludolf und seinen Bruder noch einmal in Beziehung zudem Herzog. Nach langen fruchtlosen Bemühungen des Kaisers, die Ehegatten zu ver-söhnen, kam endlich am 8. Mai 1573 zu Hildesheim ein schiedsrichterlicher Vergleichzu Stande, durch welchen Erich sich verpflichtete, seiner Gemahlin für das ihr ge-nommene Witthum am Hause und Gericht Calenberg ein dem Ertrage desselben ent-sprechendes Jahrgeld zu entrichten und das von ihr eingebrachte Silbergeschirr nachdem Werthe zu vergüten. Die Bürgschaft für die Ausführung des Vergleiches wurdeam folgenden Tage von den Prälaten, vielen Mitgliedern der Landstände und den viergrossen Städten übernommen, worauf am 29. Mai die gesammten Landstände — darunterLudolf und Melchior v. U. — sich dem Vergleiche anschlössen und die Urkunde be-siegeln. (Reg. 982.)
Aus den folgenden Jahren liegen nur einige Lehnbriefe (Regg. 983 und 984) vor,sowie ein erzbischöflich mainzischer Consens vom Jahre 1579 über einzulösende, inReg. 986 aufgeführte Pfandschaften.
Ludolf starb im Alter von etwa 75 Jahren am 24. Januar 1585. Er hatte mitJustine, der Tochter des Hans von Winter a. d. H. Cappel in der Grafschaft Waldeckund der Anna geb. von Dörfeid folgende Kinder:
lv - Gene " 111. a) Anna Cäcilic, Gemahlin des Hans Heinrich von Hanstein (geb. 1559,
ratlon ' gest. 1631), fürstl. braunschw. Hauptmann auf Wahlhausen in Hessen.
112. b) Catharina, vermählt 1587 mit Hans Friedrich von Wintzingerode(geb. 22. August 1568, gest. 15. Juni 1615) auf Bodenstein und Tastungen, Bertram'sund der Agnes geb. von Hanstein Sohn. Vor ihrer Vermählung war sie Hofdame derGräfin zur Lippe, geb. Fürstin von Braunschweig, zu Bückeburg. Sie starb den9. September 1625.
113. c) Margarethe, starb jung.
114. d) Ludolf Wedekind, desgl.
115. e) Werner Wedekind, desgl.
116. f) Eitel Schöneberg, desgl.
117. g) Dietrich Melchior, welcher zu Wake zufällig ertrank.
h) Hans Ernst, Stifter des nach ihm benannten Zweiges, dessen Biographie undDescendenz unten sub Nr. 165 folgt.
!) Duval, Eichsfeld, S. 24, Note.