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1 (1888) [Hauptbd.]
Entstehung
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Amt Wittmarshof" genannt) an die Krone Hannover durch Austausch abgetreten ')undAmt Neuengleichen" bezeichnet. 2 ) Durch Verordnung vom 4. Juni 1825 wurdedann das Amt Neuengleichen mit dem Amte Reinhausen vereinigt. 3 )

Das Castrum Altengleichen ist noch jetzt Lehen der Gesammtfamilie. Neuen-gleichen wieder zu gewinnen, war der um die Interessen der Familie sehr verdienteOber - Appellationsrath Bernhard von Uslar - Gleichen in Celle nach Ausweis der Aktenim Staatsarchive zu Hannover unablässig bemüht. Zuerst im Jahre 1821, dann imJahre 1836 waren seine Bestrebungen auf Wiederabtretung des ganzen Felsens, ein-schliesslich der Burgruine, gerichtet, allein nach einem letzten abschlägigen Bescheidevom Jahre 1837 rnusste er auf die Durchführung dieses Wunsches verzichten. Mitbesserem Erfolge betrieb er seit 1843 die Wiedererlangung nur der eigentlichen Ruinebis an den ersten vormaligen Burggraben unter dem Erbieten der Zahlung eines jähr-lichen Erbenzinses. Diesem Gesuche wurde Seitens der Kgl. Hannoverschen Regierungunterm 14. Juli 1843 statt gegeben, jedoch mit der Bedingung der völligen Aequivalirungdes Werthes vermöge Landesaustausches.

Hier brechen die Archivakten ab. Das Weitere erfahren wir aus dem zwischender Kgl. Domainen - Kammer zu Hannover und dem genannten Ober-Appellationsratheam 13. August 1847 vollzogenen Tausch - Conträcte mit Anlagen. 4 ) Darnach trat dieKgl. Domainen - Kammer ihm und seinen Erben die obere, 116 Q.-Ruthen grosse un-cultivirbare Kuppe von Neuengleichen mit der darauf stehenden Burgruine, von obenherab bis auf den ersten vormaligen Burggraben woselbst die Grenze durch Steinemarkirt ist als freies Eigenthum ab, und gestattete dem neuen Erwerber daneben,auf Domanial-Grund und Boden einen zur Ruine führenden 1 l l 2 Ruthen breiten geebnetenFahrweg von der zwischen den beiden Bergen Neuen- und Altengleichen sich hindurch-ziehenden von Uslar - Gleichen'schen Eigenthumsgrenze anzulegen und zu erhalten, auchdiesen Weg auf seine Kosten mit einer Allee von Bäumen und geeigneten Falls miteinem Graben einzufassen, unter Vorbehalt jedoch des Eigenthums an dem Grund undBoden, auf welchem dieser Fahrweg und die Allee angelegt worden. Dagegen trat derOber-Appellationsrath v. U.-G. eine im Conträcte näher bezeichnete, bei Appenrode be-legene 30 Q.-Ruthen grosse Fläche cultivirbaren Forstgrundes zum völlig freien Eigen-thume an die Kgl. Domainen-Kammer ab.

Somit wieder im Besitze wenigstens der Trümmer des im Jahre. 1451 verlorenenstolzen Baues auf dem Berge Neuengleichen, war es ein glücklicher Gedanke, am7. August 1864 so viele Theilnehmer wie möglich zu einem Familienfeste in dem DorfeBremke und auf den Gleichen zu vereinigen, um durch einen Gottesdienst und andereFestlichkeiten die sechshundertmalige Wiederkehr des Erwerbungsjahres der Gleichendurch unsere Familie zu feiern. 5 ) Aus dem über die Festlichkeit erstatteten Berichte 6 )erfahren wir, dass der mit der Inspection der Kgl. Glasmalerei zu Berlin betraute Frei-herr Detlev von Uslar-Gleichen, zum bleibenden Gedächtniss an das Fest, der Kirche zuBremke zwei Glasmalereien geschenkt hat, von welchen die eine das Uslar'sche Wappenmit Mauerkrone und Johanniterkreuz, die andere den siegenden Christus mit der Sieges-fahne darstellt.

Damit endigt unsere urkundliche Geschichte. Das letzte Wort sei dem unbekanntenDichter gegönnt, der von den Trümmern der Gleichen also sang: 7 )

Geister der Bewohner dieser Feste,

Ist's euch möglich, noch die wen'gen ResteEurer Burg jetzt im Ruin zu schauen?

Euren Augen werdet kaum ihr trauen;

Hingeschwunden ist die stolze PrachtEurer Gross' in der Zerstörung Nacht.

') Heppe, Kirchengeschichte heider Hessen, II, S. 368; Landau, Beschreib, des Kuvfürstenth.

Hessen, S. 31. -) Besitznahme-Patent v. 12. Febr. 1816 (Ebhardt, Gesetze, Verordnungen etc. f. d. Kgr.

Hannover, III, 2. Abth., S. 14; vgl. II, 1. Abth., S. 17). 3) Ebhardt, 1. c. II, 1. Abth., S. 59.

4 ) Origg. im Besitze der Erben des genannten Ober-Appellationsraths v. U.-G. 5) Nach unserer Unter-

suchung war die Feier um etwa 5 Jahre verfrüht. h ) Im Hannoverschen Tageblatt Nr. 262 vom

22. Septbr. 1864. 7) AusGemälde der Stadt Güttingen und ihre Umgegend". Den Freunden der

Georg-August-Universität geweiht. Göttingen, 1832, S. 60.