ferner das von dem Vater des jetzigen Besitzers Carl v. U.-G. in Gross - Bodungen(St.-T. II) im Jahre 1852 gekaufte Bittergut Hof-Ehrenthal (135 1 2 ha) bei Schenklengs-feld im Heg.-Bezirk Cassel; das im gemeinsamen Besitz des Lieutenants a. D. Juliusv. U.-G. (St.-T. VIII) und des Hauptmanns Hans v. U.-G. (das.) befindliche RittergutWunstorf II (55 ha 37 ar 52 qm), sowie einige kleine Parzellen bei Elbickerode unddem Untergute Appenrode.
Sechstes Capitel.
Die Gleichen und ihre Bewohner.
In den weiten Gauen unseres Vaterlandes giebt es kaum eine lieblichere Gegend,als jene pittoreske Berglandschaft, welche an der Grenze des preussischen Eichsfeldes,Gebietstheile der Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen umfassend, im Westenvon der Leine, im Norden und Osten von der Ruhme und der Hahle begrenzt wird.Waldgekrönte Berge, wohlangebaute lachende Thäler, anmuthige Wiesen und sumpfigeNiederungen vereinigen sich dort zu einem Bilde von entzückendem landschaftlichenReize. Wie Erinnerungszeichen aus uralter ernster Zeit blicken von Bergen und Höhen dieReste der Stammburgen alter adeliger Familien ins friedliche Thal hinab und verleihendem wechselvollen landschaftlichen Bilde den Reiz der Romantik. Nördlich von Göt-tingen, dicht beim Flecken Nörten ragt auf mächtigem Felsvorsprunge die wohlerhalteneRuine des Doppelschlosses Hardenberg empor; weiter südlich starren auf steiler Höhebei dem Dorfe Eddigehausen die majestätischen Ueberreste der Plesse, einst der Sitzder mächtigen Dynasten von Plesse, in das dicht bewaldete Thal hinab, und endlichsüdöstlich von Göttingen, fast 12 km von dieser Stadt entfernt, erblickt das Auge diewenigen Trümmer zweier Burgen, welche die Spitzen eines Doppelberges krönen. Dieser,auf einer gemeinschaftlichen Basis 427,93 m über dem mittleren Stande der Ostsee sicherhebend,') wird nach den sich gleichenden Bergspitzen „die Gleichen" genannt, ur-sprünglich in niedersächsischer Mundart: Liehen, Lighen, Glichen, Gelighen, späterAlten- und Neuen-Gleichen. Die südliche, beim Gute Appenrode gelegene Höhe, welchedie Reste der Burg Alten - Gleichen trägt, ist mit Wald bedeckt. Hohe Buchen undUlmen hüllen den Wanderer in ihren Schatten und berauben ihn der Fernsicht. Scheuter aber die Mühe nicht, die Einsattelung zu überschreiten, welche die Bergspitzen trennt,so wird er von Neuen - Gleichen durch eine Aussicht belohnt, wie man sie ähnlich nurselten findet. Da reckt im Osten der Oberharz seine massige gewaltige Form zumHimmel empor; auf einem seiner östlichen Abhänge erblickt man den Scharzfels mitseiner alten sagenumkränzten viel umworbenen Feste: da sieht man im Westen denmächtigen Kegel des Hansteins mit der zum Theil noch erhaltenen Burg; im Nordendie Thürme der Musenstadt an der Leine; im Süden Heiligenstadt, die Hauptstadt deswestlichen Eichsfeldes; im Vordergrunde unter vielen malerisch gelegenen Dörfern dasdurch seine auf nackten Felsen kunstreich angelegten Gärten, wie durch sein Klosterbekannte Dorf Reinhausen, sowie Gelliehausen, das Dorf am Fusse von Neuengleichen,aus dem heraus Bürgers Lied erklang und er jubelnden Herzens sang:
„Ich rühme mir mein Dörfchen hier;
Denn schön're Auen,
Als rings umher die Blicke schauen,
Blüh'n nirgends mehr."
x ) Nach d. K. preuss. Landesaufnahme von 1876/78.
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