Ueberall habe ich mit ängstlicher Gewissenhaftigkeit der Wahrheitnachgestrebt, und bin dieser Pflicht auch bei Schilderung von Persönlich-keiten treu geblieben. Dass mir dabei der Gedanke, irgend jemand zu nahetreten zu wollen, durchaus fem gelegen hat, bedarf kaum der Erwähnung.Bin ich von Irrthümern nicht frei geblieben, so wird ein Jeder solche umso begreiflicher, und hoffentlich auch um so verzeihlicher finden, der weiss,wie schwer es ist, die vielen Lücken in dem verschiedenartigen Materialauszufüllen, um eine möglichst zusammenhängende Darstellung zu erzielen.Denn so reichhaltig unsere historische Literatur auch ist, so war ich dochgenöthigt, mir den Zusammenhang unter dem in ungeahnter Fülle gefundenen,zum Theil ungedruckten, Quellenstoffe erst selbst zu schaffen. Ich habe zudem Zweck die gesammte erreichbare Literatur über die Geschichte der inFrage kommenden Länder, Städte etc., sowie über die mittelalterlichenVerhältnisse, speciell im Göttingischen, gründlich durchforscht, und auf demso gewonnenen historischen Hintergründe die Begebenheiten innerhalb derFamilie dargestellt. Durch diese Verbindung des historischen und familien-geschichtlichen Stoffes hoffe ich, den Freunden unserer vaterländischen, wieder Cultur- und Rechtsgeschichte manche Einzelheiten zu liefern, die sienicht ungern der Vergessenheit werden entrissen sehen, und zugleich demWerke einen Charakter gegeben zu haben, welcher geeignet sein dürfte,ihm auch über den engen Kreis der Familie hinaus eine freundliche Auf-nahme zu sichern.
Die vollständige Angabe der Quellen, aus denen ich geschöpft, istüberall sorgfältig durchgeführt. Der Leser findet sie tlieils in den unterdem darstellenden Theile als Noten aufgeführten Werken, tlieils in denDruckwerken und Handschriften aus Staats-, kirchlichen- und Privat-Archiven,welche jedem einzelnen Regest im dritten Buche dieses AVerkes vorangesetztsind, und auf welche in jedem einzelnen Falle durch die in den Text ein-gerückte Nummer des betreffenden Regests verwiesen ist. Ich hoffe, dassdiese Quellen - Gitate, sowie die mancherlei Beiträge zur Genealogie undGeschichte vieler, besonders göttingischer, Geschlechter, Städte und Burgeneinem weiteren Kreise von Forschern und Geschichtsfreunden willkommensein werden.
Für die lebenden Mitglieder unseres Geschlechts, welchen dieseFamiliengeschichte — die Frucht zehnjähriger Arbeit — zunächst gewidmetist, wird es von Interesse sein, das Leben und Wirken ihrer Vorfahrenkennen zu lernen, von denen viele sich hochverdient gemacht, und sich