54. Hans Wilhelm von Wrangel,
Sohn von Fromhold Otto (35), erbte das Gut Pajack. Er widmete sich ebenfalls demKriegsdienste und wurde 1709 als Cornet der Dragoner bei Pultawa von den Russengefangen.') Am 18. December 1709 befand er sich in Nowgorod, am 12. Februar 1711in Kasan und am 9. Januar 1718 in Tobolsk, wo sich auch Caspar von Stakelberg, CarlOtto Priauda, Hans Heinrich von Piesenhausen und mehrere andere befanden. Hier ginges ihm sehr schlecht, so dass er sich mehrfach genöthigt sah, von Bekannten Geld zuleihen, um sein Leben fristen zu können. Die erste Kunde von der schweren Gefangen-schaft gab sein Freund F. H. Rosenkampff von dem Kloster Sawisky aus dem LandrathFabian von Wrangel und bat diesen, seinen Vetter nicht zu verlassen.
Am 1. August 1718 starb Hans von Wrangel in Tobolsk. Bei ihm befand sichsein „nächster Erbe-' Fabian Wilhelm von Wrangel (51). Derselbe deckte auchmehrere Schulden des Hans, die dieser, um sein Leben zu erhalten, gemacht hatte. Sohatte er sich vom Oberstlieutenant Arwed Johann von Kaulbars Geld in Sibirien,am 18. December 1709 vom Cornet Gustav von Taube in Nowgorod 20 Dukaten geborgt.Im ganzen beliefen sich die Schulden auf 198 Rubel, welche Fabian Wilhelm vonWrangel auf Grund der Original-Obligationen zusammenstellte.
34. Carl Gustav von Wrangel, 2 )
Solm von Hans (19), wurde 1656 geboren und am 23. April getauft. 17 Jahre alt trater bei der Compagnie des schwedischen Rittmeisters Hans von Rosen ein, wurde wirk-licher Lieutenant und kehrte 1677 nach Hause zurück; 1683 ist er Rittmeister.
Seiner ist schon zu wiederholten Malen bei seinem Bruder Fromhold Otto (35)und seinem Vater Erwähnung gethan worden und wissen wir schon von letzterem her,dass er nach dessen Tode Jesse für 12 010 Thaler annahm.
Laut einer Obligation hatte Carl Gustav von Wrangel seit dem 22. November1677 ein Kapital von 378 Thalern im Gute Odenkott stehen gehabt und zwar durchdas darin immittirte Leibgedinge Raul. Da nun aber der Hakenrichter Anton Friedrichvon Saltza die Immission in dieses verpfändete Gut Odenkott verlangt, so sah sichCarl Gustav von Wrangel veranlasst, eine Klage gegen denselben zu erheben, diedurch ein Urtlieil des Oberlandesgerichtes vom 14. März 1696 zu Gunsten des vonWrangel entschieden wird. 3 )
Carl Gustav starb 1720. Er war mit der Tochter des Landraths und KapitänsGustav von Clodt (starb vor 1696) vermählt, so dass letztere auch Theile des Nachlassesihres Vaters hätte erben müssen, die indessen ihr Bruder, der Oberstlieutenant undLandrath Johann Adolf von Clodt zu Dorpat, zurückhielt. 4 )
Mit seiner Ehegattin hatte Carl Gustav vier Söhne: Gustav Carl (48), Fabian (49),Wilhelm Gustav (50), Fabian Wilhelm (51) und eine Tochter:
1) Eimes I 100.
2) Maydel, Briefl. 1. Nr. 64, III, Nr. 7: Stjernmaim Matr. I. 171: K.-B. Nicolai in Reval.
3) Privat-Urk. im Ritterscli.-Arch. Reval.
4 ) Cberlandger. Reval, Convolut 270, Nr. 3.