war ein Mensch; aber wir. die wir ihn schätzen, achten und lieben, haben diese Mängelnicht bemerkt; wir waren geblendet von seinem klaren Verstände, seiner reinen Seeleund seinem guten Herzen, und in unserer Erinnerung wird er stets als das Vorbild undMuster eines Avahrhaft humanen Menschen, eines ehremverthen charaktervollen Bürgersund tadellosen Familienvaters fortleben.
"Wenden wir uns noch zu einem Manuscript, welches Ferdinand Baron vonWrangeil über die Begebenheiten seiner Heise nach Sibirien und zu den Küsten desEismeeres in den Jahren 1820 bis 1824 verfasste. Er legte dasselbe dem damaligenDirektor des Marine-Ministeriums W. M. Golownin nicht lange vor seiner Abreise in dienordamerikanischen Colonien vor. Während Wrangells Abwesenheit verstarb Grolowninund das Manuscript gerieth in Vergessenheit. Im Jahr 1839 erhielt von Engelhardt aufirgend einem Wege dasselbe, übertrug es ohne AVrangells Vorwissen in die deutscheSprache und übergab die Uebersetzung dem berühmten deutschen Gelehrten Carl Ritter,welcher es mit seinem Vorworte herausgab. Dieses Werk erweckte ein grosses Inter-esse im Westen, besonders in England, wo es in demselben Jahre von der Frau desbekannten englischen Reisenden Sabin in die englische Sprache übertragen wurde. DerErfolg des Buches in England war so gross, dass nach einigen Monaten eine zweite Auf-lage verlangt wurde. Damals erinnerte man sich auch schon in Russland an WrangellsManuscript und der Vorsitzende des Gelehrten-Comite des Marine-Ministeriums, AdmiralL. J. Golenischtschew, beauftragte Wrangeil, welcher damals in St. Petersburg weilte,sich mit der Herausgabe seiner Schrift zu beschäftigen. Golenischtschews Wunsche aa'ÜI-fahrend, übergab Wrangeil das Manuscript dem Buchhändler Smirdin, durch den esendlich unter Beihilfe der Akademie der Wissenschaften im Jahre 1841 mit Zeichnungenund Plänen gedruckt wurde.
Die in der „Russischen Revue" gedruckten Privat - Reiseberichte des AdmiralsBaron Ferdinand von Wrangeil, welche für seinen Bruder geschrieben waren, Avurdenunter des letzteren Papieren aufbewahrt und der Redaction der „Russischen Revue" durchdessen Sohn, den Baron Wasili WassiljeAvitsch von Wrangeil, mitgetheilt. Wasdiese eigenen Aufzeichnungen seiner Forschungsreisen in den Jahren 1820 bis 1824 an-betrifft, so würde es zu Aveit führen, diese Schriftstücke speciell liier mitzutheilen. Wirwollen daher nur in aller Kürze seine Reisen erwähnen.
Am 23. März 1820 verliessen beide Abtheilungen der Expedition nach Nordost-Sibirien St. Petersburg, um über Moskau auf einem gewöhnlichen leichten Postwagen(Telegi), der auf jeder Station gewechselt wird, nach Sibirien, zunächst Irkutsk zu ge-langen (bis hierher von Moskau 5317 Werst, ungefähr ein Drittel der ganzen AusdehnungRusslands von West nach Ost). In Moskau trennten sich beide Abtheilungen.
Am 18. Mai gelangte Wrangeil in Irkutsk an, wo er am 25. Juni mit derExpedition Anjou zusammentraf, die Reise fortsetzte und am 27. Juni in Kotschuga (236Werst von Irkutsk) am linken Ufer der von hier schiffbaren Lena ankam. Von da abging am 28. Juni die Reise zu Wasser auf einem grossen flachen Fahrzeug mit Verdeckweiter; sie berührten die Orte Rigi, Ustkutsk, Saborje, Kirensk (35 Werst, zu Wasseraber 105 Werst), Tschästye, Ostrowä (die dichten Inseln), Schtscheki. Am 9. Juli sind