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avancirte er am 16. Juni 1846 zum Major und am 18. Januar 1848 zum Chef derGrossen Kirgisen-Horde und erbaute das Fort Kopal au der chinesischen Grenze; 1851wird er als Gehilfe des Präses der Grenz-Commisson nach Orenburg übergeführt. Erwurde vom Ministerium des Auswärtigen beauftragt, in Kuldscha und Tschugutschakin China russische Factoreien anzulegen; infolge dessen wurde er vom Ministeriumnach St. Petersburg beordert und 1853 vom orenburgschen General - Gouverneur Per-vosky dorthin gesandt, um über seine Thätigkeit in China zu berichten. Für diegute Ausführung dieses Auftrages wurde er zum Oberstlieutenant befördert und erhieltden St. Annen-Orden II. Klasse. 1854 wurde er zur Befestigung Uralsk und zweimalnach Fort Perowski abcommandirt, erhielt für ausgezeichnete Führung der dortigen Ge-schäfte den St. Stanislaus-Orden II. Klasse mit der Krone. Darauf wird er 1857 noch-mals nach Baku zur Verhandlung mit den Kirgisen abcommandirt. 1858 avancirte erzum Oberst, nahm seinen Abschied und ging darauf nach Baku, wo er bis 1860 blieb.1862 kehrte er nach Livland zurück und trat wieder in Kronendienst zurück. 1862 wurdeer ins Ministerium der Finanzen versetzt, 1864 zum Staatsrath und Kreischef des reval-schen Zollbezirks ernannt, 1867 zum wirklichen Staatsrath und Mitglied des Staats-raths befördert. 1870 erfolgte seine Versetzung nach Warschau und 1871 seine Er-nennung zum Geheimen Rath. 1876 nahm er seinen Abschied und zog auf sein GutSoor im Kirchspiel Lude in Livland.
Von Moritz von Wrangeil wird uns noch berichtet, dass er als Knabe viel aufKersel, einem Gute seines Onkels, des Landraths von Bock, lebte und die dortige Gesell-schaft durch seine humoristischen Unterhaltungen, indem er oft auf einen Stuhl steigendbelustigende Reden hielt, amüsirte. Er machte viele Reisen, und ist namentlichsein zweijähriger Aufenthalt in der Horde des grossen Kirgis-Kosakenstammes in derNähe des Alataugebirges zu erwähnen. Dort traf er auch gegen Ende September 1848mit dem berühmten englischen Aquarellmaler Anderson zusammen, mit dem er sehr be-freundet wurde. Dieser Künstler war besonders Landschaftsmaler und stellte in kurzerZeit die trefflichsten Bilder aus den malerischen Ansichten des Alataugebirges und seinerherrlichen Thäler und Schluchten dar. Beide Europäer hatten nach Brauch und dortigerSitte sich jeder eine Filzjurte besorgt. 1 )
Hier war es, wo dem Landschaftsmaler ein Sohn geboren ward, welchen MoritzBaron von Wrangeil in Ermangelung eines Predigers taufte und ihm den Namen„Alatau Tamtschi Bulak" gab. Alatau heisst in der Wüstensprache: „bunter Berg" undTamtschi Bulak: „Tropfquell".
Ferner machte auch hier unser Baron von Wrang eil die Bekanntschaft eines vor-nehmen und reichen Sultans, was soviel wie Stammeshäuptling bedeutet, mit Namen RüsternEffendiarow, eines Greises von mein 1 als achtzig Jahren, dessen ehrwürdiges Antlitz das Ge-präge schwerer Seelenleiden verrieth. Dieses, Avie auch besonders sein verständig stillesWesen zog unsern Baron von Wrangeil an und er suchte die Freundschaft und das
*) Diese Jurten halten Regen und Wind vollkommen ah, müssen aber wegen der plötzlichen Sturmwinde stets verpfählt sein.Den Fusshoden decken dicke Teppiche, die mit Benutzung von Matratzen zur Schlafstelle dienen. In der Mitte der Jurte befindetsich eine Grube, in welcher, so oft es erforderlich ist, Feuer angemacht wird, dessen Rauch durch eine in der Decke der Jurtebefindliche verschliessbare Oeffnung abzieht.