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1 (1887)
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vermeidlichen Krieg mit der Türkei. Aus Petersburg war vom Grossfürsten Michael derBefehl gekommen, dass die Gardeoffiziere heimkehren sollten. So sehr mich auch meinHerz dabin zog, entschloss ich mich zu bleiben, ging zum Grafen Süchteln und bat, michzu behalten, um den Krieg mitzumachen. Bis jetzt hatte ich gar keinen Vortheil vonder persischen Campagne gehabt und wollte nicht ohne solchen heimkehren. BaronMengden und ich blieben zurück und kamen ins 39. Jäger-Regiment, : welches schon aufder Grenze in einer Festung erster Klasse, Gumri, l ) stand. Mitte Juni rückten wirüber den Argazan, einen Fluss, der die Grenze bildete. Von hier bis zur Festung Karswaren 60 Werst. Im 39. Jäger-Regiment wurden wir sehr unfreundlich empfangen undich wollte gleich vor Ausbruch des Krieges von dort fort; ging ins Hauptquartier zumGeneral von der Osten-Sacken und bat ihn, mich ins Regiment des Obersten Reut zu comman-diren. Das Regiment bestand aus kaukasischen Truppen und zog mich besonders an.

Nach einem beschwerlichen Marsch in Schlachtordnung mit einem grossen Transport,bei brennender Sonnengluth erreichten wir am Abend unsern Bestimmungsort und warensehr ermüdet. General von der Osten-Sacken war noch nicht vom Recognosciren zurück.Auf Aurathen des Fürsten Scherbatof, beständiger Ordonnanz-Offizier beim General, stellteich mich an sein Zelt so, dass er mich bemerken konnte, was zu meiner Freude auchgeschah; noch denselben Abend erhielt ich den Befehl, ins 42. Jäger-Regiment über-geführt zu werden. Ich meldete mich sofort beim Oberst Reut, und am Morgen war ichschon mit bei der Recognoscirung und tags darauf belagerten wir die Festung Kars.

Am 22. Juni abends rückte das Regiment vor, um in der Nacht einen Kirchhofvor der Vorstadt zu besetzen, und eine Batterie aufzuführen. Ich war in der zweitenOompagnie, mein Kapitän hiess Schermogloschef. Wir sollten die Dunkelheit benutzen,um den Kirchhof einzunehmen und die Batterie aufzuführen. Die Arbeit dauerte dieganze Nacht. Ich commandirte die Scharfschützen und lag mit den Leuten am Randedes Kirchhofes, es waren 16 Scharfschützen, arme degradirte Offiziere des 14. Decembers,die aus Sibirien zurückberufen waren, um den Krieg mitzumachen, und Gelegenheit zufinden, sich wieder in die Höhe zu dienen. Sie waren meist aus der Garde und Bekannte.Zu ihnen gehörte auch Baron Friedrichs aus dem Semenofschen Regiment, der einesDuells wegen verschickt worden. Schon von früher her bekannt, freuten wir uns desWiederfindens und bezogen zusammen ein Zelt.

Es dauerte nicht lange, so wurde das Flintenfeuer von der rechten Seite her sehrheftig. Da wir aber nicht wiederschiessen durften, um uns nicht zu verrathen, wurde eswieder still.

Die Nacht war sehr dunkel; was im Gebirge noch viel bemerkbarer wird. GegenMorgen wurde es kalt, mich fror und ich schickte nach meiner Burka, 2 ) die in derReserve geblieben. Als der Morgen dämmerte, riefen die Mullas 3 ) von ihren Kirchen dieGläubigen zum Gebet und der erste Kanonenschuss wurde aus der Festung gethan. Wirwurden angegriffen und die Grabdenkmäler dienten uns oft zum Schutz.

i) Dem jetzigen Alexandropol.

-) Ein diele gefilzter Mantel ans Scliafswolle.

3) Türkische Priester.