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1 (1887)
Seite
357
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verlangte eine sachgemässe Herabsetzung der Kaufsumme und Entschädigung.*) DieserStreit wurde erst am 2. März 1685 beigelegt, an welchem Tage die Beklagten sich zueinem friedlichen Ausgang bereit erklärten. 2 )

Endlich sei noch angeführt, dass Hermann von Wrangeil wegen der nachge-lassenen Güter seines Schwiegervaters, des Carl Adolf von Tiesenhausen, 1665 viele Miss-helligkeiten hatte, die durch einen am 20. März desselben Jahres zu stände gekommenenVergleich ihren Abschluss fanden. Wir haben derselben bereits in Tabelle VT unterNr. 16 Erwähnung gethan.

In betreff der militärischen Thätigkeit Hermanns ist uns nur wenig überliefertworden. Wir erfahren blos, dass er als Rittmeister eine Compagnie Reiter im Leib-Regiment der Königin von Schweden geworben und geführt und dass ermit Fleissund Treue" an den Gefechten theil genommen hat. Sodann führte er 1648 als Oberst-lieutenant eine Compagnie im Regiment des Oberst Leonhard von Vitinghoff, und machte 1657 den üebergang über die Narowa mit, wobei von Vitinghoff flel. 3 )Zuletzt war er Oberst. In Anerkennung seines Wohlverhaltens als Rittmeister undder hohen Verdienste seines Grossvaters, des Oberst Hermann von Wrangel zu Ellistfer(III 19), erhob die Königin Christine den Rittmeister Hermann von Wrangeil nebstseinem Vetter Hans von Wrangel (VI 5), wie wir schon gesehen haben, zur Ver-besserung ihres adligen Standes am 8. October 1653 in den Freiherrnstand für sichund ihre ehelichen Leibeserben, mit der Berechtigung, sichFreiherren zu Ludenhof"zu nennen und gab ihnen auch ein vermehrtes Wappen. 1664 wurde Freiherr Hermannvon Wrangeil unter Nr. 55 auf der Freiherrnbank in Schweden introducirt.

Hermann von Wrangeil starb am 8. December 1675 in Reval und wurdezwischen dem 7. und 10. März 1676 im dortigen Dom begraben. Zu seiner Erinnerungwurde im Altarschiff der Kirche neben dem Rathschor an der Wand ein sehr grossesWappen von ihm, reich mit allegorischen Figuren geschmückt, welche ebenso wie dieHelmdecken, auf denen sich die 16 Ahnenwappen bunt gemalt befinden, kunstvoll in Holzgeschnitzt sind, aufgehängt.

Freiherr Hermann von Wrangeil war mit Anna Dorothea von Tiesenhausen,Tochter des schwedischen Oberstlieutenants und Inländischen Landraths Carl Adolfvon Tiesenhausen, Erbherrn auf Lude, Warrol, Röstorf, Wisseet (geboren 1605, stirbt1652) und der Anna Dorothea von Tiesenhausen aus dem Hause Kalzesau, vermählt. Siestarb 1676 und wurde am 20. März auf dem Dom zu Reval beigesetzt. 4 )

Er hatte mit derselben sechs Söhne: Jürgen Gustav (2), Heinrich Otto (3), Her-mann Adolf (5), Helmig (10), Ludwig (11), Carl Johann (14) und sieben Töchter:

1. Julianne Margarethe (4) 5 ) vermählte sich mit dem Oberstlieutenant JacobJohannson von Kaulbars, der mütterlicherseits ein Urahn des Wilhelm PeterGeorg Adolf von Wrangel (1X32) war; von Kaulbars war am 11. November

1) Oberlandgericlit Reval, Convolut 403 Nr. 8.

2 ) Olierlandgericlit Reval, Convolut 274 Nr. 9.

3 ) Gesell, von Ungern-Sternberg II p. G26 Urk. 692.

4 ) K.-B. Dom Reval.

5) Hupel, Nord. Miscell., Stck. 18. 19, p. 159: Lude, Briefl. Tom. III, Nr. 402.