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Graf Carl von Wrangel bewies überall grossen Mutli. So befand er sich auchbei der Landung auf Seeland im Jahre 1700 in derselben Schaluppe, in welcher der Königsass, und watete mit ihm durch das Wasser. „Welche Tapferkeit zeigte er nicht beiNarwa, an der Düna u. s. w. im Jahre 1700, welchen Muth bei Clissow? welche vigeurbei Pultusk und Riga" heisst es in den Personalien, „wobei man bemerkte, dass dieFatiguen und Märsche während des ganzen Krieges den Grafen niemals ermüdeten".
Anfang Juli 1702 standen sich die feindlichen Armeen, die polnische unter KönigFriedrich August mit den Sachsen und die schwedische unter König Carl XII. bei Krakaugegenüber; die Schweden hatten bei Clissow ein Lager bezogen und beabsichtigten hiereine Schlacht zu liefern.
Am 9. (20.) Juli traf König Carl bei Obile mit seinen Verstärkungen unterGeneral von Mörner ein und stellte seine Armee in Schlachtordnung auf, um die Polen inihrem Lager anzugreifen. Beide Flügel waren in zwei Treffen aufgestellt; auf demrechten Flügel im ersten Treffen dreizehn Escadrons der Cavallerie und zwar erstlicheine Escadron Dragoner vom Leib-Regiment unter Oberst von Hamilton, des Königs Tra-banten unter den beiden Lieutenants, dem Grafen Carl von Wrangel und OberstOtto Baron von Wrangel etc. etc.
Die Schweden erfochten einen glänzenden Sieg; der rechte Flügel gerieth amwenigsten in Action. Die beiden von Wrangel blieben unversehrt, wiewohl neun vondes Königs Trabanten getödtet wurden.
Im Jahre 1704 ging Carl XII. mit der Kanzlei, dem Hofstaat und den Trabantenaus polnisch Preussen nach Gross-Polen voraus. Im nächsten Jahre wurde Graf Carlvon Wrangel zum Stabshauptmann von den Trabanten und General-Feldwacht-meister der Cavallerie ernannt und folgte dem Könige und dem General von Horn nachDeutschland.
Im Anfang des Jahres 1706 erlaubte er zehn Trabanten, einen Trupp Russen undBauern, welche Proviant nach Grodno bringen wollten, anzugreifen, welches sehr glück-lich ablief.
Im Mai des folgenden Jahres erkrankte Graf Carl von Wrangel am Fleckfieberund starb schon nach kurzer Krankheit am 29. Mai (9.) Juni 1707 *) zu Altranstädt inSachsen, wo die Schweden damals standen und das Hauptquartier des Königs, derihn auch während der Krankheit oft besuchte, sich befand. Die Leiche ward nachdem Dorfe Kötschau geführt, wo am 15. Juni das Leichenbegängniss in nachstehenderWeise stattfand. Die Kirche war zu dieser Feier vollständig mit schwarzem Tuchausgeschlagen.
„Nachdem am 10. Juni, der verblichene Körper, welcher in einem doppelten Sargelag, so mit schwarzem, feinem und noch darüber mit einem sammetnen Leichentuchebedeckt, darauf dessen Degen entblösst und mit der Scheide kreuzweise gebunden war,nach Kötschau gebracht und im Chor der Kirche etliche Schritte vom Altar aufgestelltworden, begaben sich am genannten Tage, es war der Plingstdienstag, Seine Majestät
i) Nach Zedlitz Universal-Lexicon; Hupel a. a, 0. Nach Gauhen, Adels-Lexicon Th. II p. 1908 "bis 1912, ist Graf Carl in derSchlacht bei Holow an der Spitze der königlich schwedischen Trabanten 1708 gebliehen. Jedenfalls ist jedoch die obige Angabe richtig.