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getroffen, und schon den Tag vorher 80 000 Pfund Brot nach Schwabach in dasHauptquartier gesandt. Ausserdem waren nach Nürnberg wegen Verpflegung der vielenOffiziere, Soldaten, Marketender und der Gemahlin des Feldmarschalls allerhand Lebens-mittel gebracht worden.
von Wrangel blieb hier vier Tage und marschirte demnächst mit der Armeenach Bamberg, wo sie längere Zeit liegen blieb. In einem Dorfe, eine halbe Meile vonBamberg, nahm von Wrangel sein Hauptquartier, während seine Armee Interimsquartiereerhielt, die sich von hier bis Gotha und Weimar erstreckten.
Obgleich nun der Friede 1G48 abgeschlossen war, blieben die schwedischen Truppennoch bis Mitte 1650 in Deutschland. Im Januar 1649 wurde zu Bamberg für dieselbeneine weitläufige Dislocation ausgearbeitet, die auch bald ins Leben trat. Unser Feld-marschall von Wrangel erhielt mit dem Generalmajor Lorenz von der Linde in Schwein-furt, Wertheim, Neuhaus etc. Hauptquartier angewiesen. Am 14. November 1648 wähltevon Wrangel Schweinfurt zum Hauptquartier, wo er auch seine Frau und Kinder imHause des Dr. Bausch auf dem Rossmarkte einlogirte.
Am 24. November erfolgte die Publikation des Friedensschlusses durch öffentlichenTrommelschlag in Schweinfurt mit einem ganz besonderen Signat; es verging aber nochlange Zeit, bis die Bedingungen des Friedens vollzogen, die Ratifikationen ausgewechseltund die an die Schweden zu zahlenden Kriegskosten erlegt werden konnten.
Nachdem endlich am 28. August 1649 der Friedensrezess in Nürnberg zu ständegebracht und am 21. September von allen Theilen unterzeichnet worden war, wurdendaselbst prachtvolle Bankets gegeben. Namentlich zeichnete sich das von von Wrangelauf dem Kathhause zu Nürnberg am 5. October arrangirte Fest aus. In Schweinfürtwurden grosse Feuerwerke abgebrannt und die Gastmahle fortgesetzt, nachdem der Feld-marschall hier angekommen war.
In letzterer Stadt sah derselbe sich auch veranlasst, am 20. October ein strengesGericht abzuhalten. Bei der Reduction der Garnison von Schweinfurt und allmählichenRäumung der verschiedenen besetzt gehaltenen festen Plätze weigerte sich das national-schwedische Infanterie-Regiment Steinecker nach Livland zu gehen; es wollte vielmehrentlassen sein. Die Meuterer warfen sich in den Zwinger und verschanzten sich daselbst.Nachdem alle Versuche zu einer gütlichen Beilegung gescheitert waren, berichtete derPommandant alles an die Generalität nach Nürnberg, von wo der Feldmarschall vonWrangel, welcher am 14. Mai mit sein Familie dorthin übergesiedelt war, selbstnach Schweinfurt kam. Beim Einreiten in die Stadt überreichte ihm die Schildwacheder Unzufriedenen vor dem Zwingerthore eine Bittschrift, die der Feldmarschall auf demMarkte las. Da nun auch ein an die Empörer abgesandter Oberst ihren Starrsinn nichtzu beugen vermochte, so wurden nach und nach von verschiedenen Orten Truppen heran-gezogen, so dass der Markt stark besetzt werden konnte. Der Feldmarschall sandtenun seinen General-Auditeur zu den Aufwieglern, um dieselben zu ihrer Pflicht zurück-zuführen. Der Versuch scheiterte indess. Das Regiment beharrte bei seinem Verlangen,verabscliiedet zu werden; man hiess dem Abgesandten sogar, sich sofort zu entfernen,widrigenfalls wäre die Kugel sein Doos.