Hauptmann Otto von Mengden ging allein. Ein Reiter auf einem braunen Pferde in ver-goldetem Harnisch, blossem Schwert, schönen Plumagen auf des Mannes und PferdesHaupt, ein Pferd mit schwarzem Sammet. Zwei grosse schöne Fähnlein, drei Personenmit sammetnen Kissen, auf dem mittelsten ein Sturmhut, auf dem zur Rechten ein blossesSchwert, zur Linken ein Commandostöckchen. Das adlige Wappen an einer Stange aufKupfer.
Der Sarg mit schwarzem Want (Wollenzeug) bedeckt, von livländischen Edelleutengetragen, 24 trugen und 24 gingen zum Ablösen daneben. Auf jeder Seite des Sargeswurden acht Reuterfähnlein getragen. Ihm folgte seines kurz vor ihm verstorbenenSöhnleins Sarg, mit schwarzem Tuch bedeckt und von acht Personen getragen. EinTrauerpferd, zwei Trauerfahnen, ein Trauerpferd mit einem weissen Kreuz.
Ein Söhnlein des seligen Herrn von zAvei Edelleuten geleitet, ein Söhnlein, das ge-tragen wurde. Des Seligen Sohn und des Seligen Bruder, Herr Oberster von Wrangel,zwei Paar nahe Blutsverwandten. Der jetzige General-Gouverneur (Erich Rttning) allein.Der Herr Burggraf Harm. Meiners zwischen dem Herren Kriegs-Cöjnmissario Mengden undeinem Oberst. Der Rath, die Aeltesten und Bürger.
Die Gräfin, des . Seligen Wittwe, wurde vom Generalmajor Stenbock und von demStadt-Gaubernator Andreas Erichson geleitet; dem folgten andere mehr (vielleicht Frauen).
Die Leichenpredigt hielt der Oberpastor M. Johannes de Grave, dann wurde schön„discantirt" und die Leiche nachher zur Neupforte hinaus ins Schiff gebracht. Von denWällen und dem Schiff, auch von einem Regiment Musketiere wurde längst der Dünegeschossen."
Neben seinen vielen Aemtern und Heerzügen hat sich der Feldmarschall auch vielenBauten auf seinen Gütern und Höfen, die wir noch mittheilen werden, gewidmet. So hater sich in den Jahren 1620 bis 1624 die Sko-Kirche sowie das nördlich vom Schloss stehendesteinernde Gebäude bauen und in der Kirche nahe dem Schloss für sich ein eigenes Ge-wölbe einrichten lassen.
Nach seiner Beisetzung in diesem Gewölbe liess ihm sein Sohn Carl Gustav vonWrangel (6) ein würdiges und kunstvolles Denkmal errichten. Auf einem Sarkophagvon Porphyr, reich geziert mit sinnreichen Sculpturen und Emblemen religiösen Charakters,liegt in getreuer Nachbildung der Feldmarschall in carrarischem Marmor gemeisselt.
Gehen wir nun noch näher auf dieses Schloss nebst Zubehör ein. Die jetzigeKirche und ein paar Steinhäuser, das Schloss in der Stadt — jetzt das königliche Schloss —und einige Lehen in Sko sind des Feldmarschalls Hermann von Wrangel Werk.
Als er sein Wohnhaus — die noch jetzt in gutem Stande befindliche, nahe demSchloss belegene Inspector-Wohnung — gebaut hatte, lud er seinen Sohn Carl Gustavein, herauszukommen, damit es dieser bewundere. Carl Gustav lachte und sagte:„Wenn ich erst Herr zu Sko bin, werde ich ein Schloss erbauen, so gross, dass dasjenigemeines lieben Vaters ganz dagegen verschwinden solle," was den Greis so empörte, dasser niemals wieder Söhne einlud. 1 )
i) Nach anderen Berichten soll er darob dein Sohne eine Ohrfeige gegeben haben.