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72. Als der polnische Feldherr General Paykul erfahren hatte, wie schwach das unter
Generallieutenant von Nieroth bei Warschau stehende feindliche schwedischeDetachement sei, entsehloss er sich, über die dermalen sehr ausgetrockneteWeichsel zu gehen und selbiges anzugreifen. Sobald nun General Nieroth vondessen Bewegung Kundschaft erhalten, schickte er am 18. Juli 1705 zwei Parteienaus, jede von 180 Pferden, und zwar die eine unter Oberstlieutenant Claus Bondenach Casum, die andere unter Oberstlieutenant Stahlhammern nach Gura, sowohldie Pässe auf einer Seite zu bewahren, als auch auf der andern Seite um Warschauden Feind zu beobachten. In der Nacht aber bekam Oberstlieutenant Bonde Nach-richt, dass der Feind eine Meile davon über den Strom gegangen und sich nähernach Warschau gezogen; Bonde nahm deshalb in der Geschwindigkeit zwanzig Mannmit sich, dieses zu recognosciren, und liess drei Rittmeister mit dem Reste derPartei zurück. Als er nun bei seiner Ankunft gewahr wurde, dass schon eine An-zahl der Feinde über den Fluss gesetzt, wagte er es mit seiner wenigen Mannschaft,dieselbe zurück zu treiben, wurde jedoch nebst allen seinen Begleitern erschossen.Dessenungeachtet erfuhren aber die drei zurückgelassenen Rittmeister Wetting,Elberg und Wrangel, dass ihr Oberstlieutenant mit dem Feinde in Actiongerathen wäre, und eilten dahin, ihn zu entsetzen. Der Feind hatte jedochinzwischen den Fluss in stärkerer Anzahl überschritten und konnten deshalb diedrei Rittmeister trotz des bravsten Verhaltens nichts ausrichten. Dem RittmeisterWetting ward sein Pferd erschossen, und er entkam zu Fuss in den Wald;Elberg wurde gefangen, und Wrangel kam davon, indem er sich durchschlug.(Kelch, Livl. Gesch. Bd. II p. 513.)
73. Gustav Magnus von Wrangel wurde im Juli 1743 auf der Insel Rügen geboren.
trat im September 1759 im königlich preussischen Infanterie-Regiment vonCanitz Nr. 2 ein, desertirte aber am 16. September 1762 von demselben. Darauflinden wir ihn als Amtshauptmann zu Bergen auf Rügen, aus welcher Stellunger den 11. Mai 1797 seinen Abschied nahm. (Geheimes Staatsarchiv zu Berlin.)
74. Johann Weinmar Wrangel von Koldenhoven. Aus dem königlichen Geheimen
Staatsarchiv zu Berlin erhielt der Autor dieses Werkes die Notiz: In derkaiserlich königlichen Reichshofkanzlei zu Wien beruht: „Adelsdiplom für JohannWrangel, bischöflich münster&cher Rittmeister; Adelsprädikat: von Koldenhoven.d. d. Ebersdorf, den 24. September 1669." In Verfolg dieser Mittheilung begannendie Ermittelungen über diesen von Wrangel, und ward zunächst obige Notizin dem „Stammbuch, Adel in Deutschland" Band 3, Regensburg 1865, bei Manz,pag. 182 insofern bestätigt, als dieser Wrangel nicht Wrangel, sondern Prangelgenannt wird. Letzteres beruht jedoch auf einem Druckfehler, da der in Redestehende Rittmeister, wie weiter unten bestätigt werden wird, wirklich „W rangel"liiess. Die im königlichen Provinzial-Staatsarchiv in Münster respective im könig-lichen Provinzial-Staatsarchiv in Düsseldorf und im gräflich Stolbergschen Archivin Wernigerode in betreff der in Westfalen damals noch vorhandenen Familievon Wrangel in der Grafschaft Broich angestellten Recherchen blieben ohne allen