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Die Geschichte der Familie Wessel
Entstehung
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Schon damals nahm Wessel eine geachtete Stellung inBonn ein. Das ergiebt sich schon daraus, dass er zum Stadtratvon Bonn ernannt wurde. 1818, wo er in die Lese-Gesellschafteintrat, wird er als solcher genannt. 1 )

Das Geschäft, welches Ludwig Wessel seit seiner Ver-heiratung betrieb, hatte ihn der Fayencefabrik imbenachbarten Poppelsdorf näher treten lassen. IhrBesitzer, Rosenkranz, hatte anfänglich gute Geschäfte gemacht,wobei vielleicht die Kontinentalsperre, durch welche Napoleondie englischen Waren vom Festlande fernhielt, nicht ohneEinliuss gewesen sein mag, da sie der Fabrik einen Konkurrentenfernhielt, der, wie das schon gegebene Inventar Landwerthsvom Jahre 1801 zeigt, auch in Bonn nicht ohne Erfolgaufgetreten war. Unter der preussisehen Herrschaft ging dieFabrik zurück. In seinen Verlegenheiten wandte sich Rosenkranzauch mehrfach an Wessel, der ihm verschiedene Male Vorschüssegab, die 1821 bis auf 8490 Rtlilr. Clevisch oder 6530 Thlr.18 Gr. 6 Pfg. preussiscli Courant angewachsen waren, undnun auf die Fabrik und eine Reihe anderer Immobilien ein-getragen wurden. 2 ) 1825 nahm dann Wessel selbst dieFabrikation in die Hand, indem er mit Johann WilhelmBruckmann von Deutz die Fabrik von Rosenkranz vom8. Dezember dieses Jahres ab auf drei Jahre pachtete.

Die Fabrik bestand damals 3 ) aus ( einem im Unterdorfvon Poppelsdorf gelegenen Wohnhause, bezeichnet mit Nro 16,massiv gebaut, mit steinernen Thür- und Fenstergesimsen,mit Schiefern gedeckt und mit einem gewölbten Keller versehen.Dasselbe hat nach der Strasse zu im Erdgeschosse eine Thüre,eine Kellerschrod und sieben Fenster; daselbst befindet sich

') Giers, Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der Lese-Gesellschaft. Bonn, 1888. Seite 72.

2 ) In dem Hypotheken-Instrument ist unter den Immobilien

auch ,das dem Debenten zugehörige Stück Weingarten von einem

halben Morgen, gelegen zu Kempten bei Bingen, worin sich

die Porcellan-Erdgrube befindet' aufgeführt. Es ist das

Schumacher entgangen, der a. a. 0. S. 20 die Frage aufwirft,was für ein Thon wohl die .Oberländer Erde' gewesen sein möchte,

die damals in Poppelsdorf zur Fayence-Erzeugung gebraucht wurde;

es komme da der Oberrhein, etwa von Koblenz an, in Betracht.Hier hören wir, dass er bei Bingen gegraben wurde.

9 ) Nach dem Subhastationspatent vom 2. Dezember 1826.