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Der Adel Schwedens (und Finlands) : eine demographische Studie
Entstehung
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kann dies nur eine Folge ihrer Kleinheit sein; wiewohl aucheine andere Erklärung derselben möglich ist. Denn wo eineTendenz, die Zahl der Kinder zu beschränken nebst dem Wunsche,lieber Knaben als Mädchen zu haben, besteht, kann dies untereiner gewissen Bedingung zu einem relativen Überg-ewicht dermännlichen Geburten führen. Diese Bedingung ist, daß clie Be-schränkung der Zahl der Kinder nicht, wie es in dem sogen.Zweikindersystem der Fall ist, an ein festes Maß gebunden ist,sondern daß dieselbe, je nachdem die Geburten Söhne oder Mäd-chen geben, danach abgepaßt wird. Eine solche, früher unbe-kannte Tendenz, existiert nun seit ein paar Jahrzehnten bei demschwedischen Adel, wie wir später sehen werden. Möglicherweisekann, wie die Zahlen für die Jahre 18851894 andeuten, dieseTendenz neben dem genannten Wunsche das Zahlenverhältnisder Geburten wieder zu Gunsten der Knaben gestalten. Mehrals Hypothesen sind diese Erwägungen jedoch nicht. Die rätsel-haften Erscheinungen, die unsere Untersuchungen betreffs desGeschlechts der Geborenen zu Tage gefördert haben, geben ihrGeheimnis bis auf weiteres nicht preis.

Uber die Ursachen des allgemeinen Übergewichts desmännlichen Geschlechts bei den Geburten zu sprechen, bestehtkein Anlaß. Mehrere Untersuchungen dieser Art sind unter Be-tonung bald des Alters der Eltern, bald der Nahrungsverhältnisseund anderer Umstände angestellt worden. Ich will die Zahl der-selben, wiewohl das Material eine solche betreffs des lebendenAdels gestattet, nicht um eine vermehren. Sie müssen doch alleschon deshalb resultatlos bleiben, weil man die Anzahl und dasGeschlecht der Fehlgeburten nicht kennt. Die einfachste undwohl einzig richtige Erklärung des erwähnten Verhältnisses istwohl die, daß dasselbe ein auf physiologischer Veranlagungunseres Geschlechtes gegründeten Naturtypus ist 1 ), von dem zwar,

1) Ueber die verschiedenen Arten der statistischen Typen siehe die Abhandlungdes Verfassers Les Types statistiques ou la regularite dans les choseshumaines (Bulletin de la Societe de statistique de Paris, Avril (Mai) 1900.

Ich benutze die Gelegenheit, um bezüglich eines anderen, in der Statistik bis-her zu wenig beachteten Punktes, nämlich der zureichende 11 Größeder statistischenZahlen, auf dieselbe Abhandlung hinzuweisen. Man ist in der Statistik so an die großenZahlen gewöhnt, daß es vielen unmöglich erscheint, ohne solche zuverlässige Resultate zuerzielen, d. h. das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Typen oder typischenEntwickelungsVorgängen zu konstatieren. Dies ist indessen unrichtig. Es kommenzwar Fälle vor, wo große Zahlen vonnöten sind, wie eben inbetreff des Geschlechtes